Untersuchungen über die Pigmentierung der Netzhaut / von Camill Hirsch.
- Hirsch, Camill.
- Date:
- 1905
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Credit: Untersuchungen über die Pigmentierung der Netzhaut / von Camill Hirsch. Source: Wellcome Collection.
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![hen. Er fand über den Glashautlücken oft die Epithelzellen verg-rossert, unregelmässig; der P i gm e n t g e h a 11 wechselnd namentlich an den am stärksten vergrösserten Zellen ist er vermindert, auch die minder vergrösserten Zellen sind abgeblasst ; im ganzen überwiegen die blassen Zellen. S. meint dass die Glashautlücken ophthalmoskopisch nicht nachweisbar seien, erst wenn das geschädigte Pigmentepithel über die ein- fache Regeneration hinausgehe und in Wucherung gerate, werden die schwarzen Flecke sichtbar. S. erwähnt selbst, dass er die Fälle, auf die sich seine anatomische Beschreibung be- zieht, in vivo nicht gespiegelt habe. Nun, glaube ich, wäre es doch denkbar, dass der ophthalmoskopische Ausdruck jener Dehiszenzen der Glashaut, eben in der Aenderung der Nuance des Fundusrot an diesen Stellen zu suchen ist, bedingt durch die relative Pigmentverarmung, vielleicht auch Zusammenhangs- lockerung des Pigmentepithels. Je pigmentärmer das Epithel, desto mehr von dem aus der Tiefe reflektierten roten Lichte lässt es durch, und desto weniger von dem Braun seines Pig- mentes mengt sich bei, um so heller rot müssen diese Stellen im Vergleich zu der normal pigmenthaltigen Umgebung er- scheinen. Ich konnte kürzlich in einem Falle von sehr maligner Kurzsichtigkeit bei einem 13 jähr. Knaben, dessen Myo]3ie in den drei Jahren der Beobachtung von 17 auf 25 Dioptrien ge- stiegen war, zwei spindel- oder eiförmige, ziemlich scharf be- grenzte karminrote Flecke in der Nähe der Papille oben aussen und einen dritten annähernd runden, fast papillengrossen ober- halb der Macula gleichzeitig entstehen sehen, welche durch ihr helles Rot von dem sonst dunkelgelbroten normalen Fun- dusrot deutlich abstachen. Nach drei Wochen sah ich in allen drei Flecken bereits reichlich, feinkörniges schwarzes Pigment ziemlich gleichmässig verteilt aufschiessen. Nach wei- teren vier Wochen schwanden die Flecke gänzlich, an ihrer Stelle sah man leichte Abblassung des Fundus und nicht sehr dichte Pigmentierung. Dass es sich hier nicht etwa um Blutaustritte handelt, dagegen spricht Aussehen der Flecke und der Verlauf. Mit Ne'tzhautblutungen ist eine Verwechslung ausgeschlossen, aber auch Aderhautblutungen konnten es nicht sein. Diese sind gewöhnlich dunkelrot im Zentrum, an den Rändern viel heller, sind nie scharf linienförmig beg-renzt, zeigen vielmehr an den Grenzen deutliche abgerundete Ausläufer. Die fraglichen Flecke waren hellrot, gleichmässig gefärbt, scharf begrenzt. Eine Blutung verkleinert sich beim Schwinden konzentrisch, oder zerfällt auch dabei, hinterlässt kein oder nur sehr spär- liches Pigment, und das wird erst sichtbar, wenn das Blut resorbiert wird. Flier war die Form und Grösse der Flecke immer unverändert, solange der Fleck sichtbar ist, und in dem roten Flecke sah man das körnige Pigment auftreten und sich dann weiter noch vermehren. Es handelte sich hier](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21638640_0086.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


