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Credit: Die Encephalitis und der Hirnabscess. Source: Wellcome Collection.
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![kapselten. Nach Barker kommen die subnormalen Temperaturen vor- zugsweise bei den zu chronischem Verlauf und langer Latenz neigenden Abscessen mit fötidem Inhalt vor. Körner bemerkt dagegen, dass auch chronische stinkende Abscesse mit fieberhaftem Verlauf und acute ohne Fieber beschrieben worden sind. Dass die Oertlichkeit der Eiterung für das Verhalten der Eigenwärme bestimmend ist. geht aus den vorliegenden Beobachtungen nicht in überzeugender Weise hervor. Von einschneidender Bedeutung sind endlich die Complicationen, besonders die Meningitis, die Sinusthrombose etc. Aber gerade, weil diese Affectionen an und für sich den Gang der Temperatur in hervor- ragendem Masse beeinflussen, müssen wir von ihnen absehen, wenn wir die Erscheinungen des reinen Hirnabseesses studiren wollen. Der diagnostische Werth der Temperatursteigerung wird nun beim Hirnabscess häutig noch dadurch in Frage gestellt, dass die Grundkrank- heit eine Erhöhung der Eigenwärme bedingen kann. Das gilt für die acuten traumatischen Abscesse. die sieh an eiterige Wunden anschliessen, für die metastatischen, die von entfernten Eiterherden ausgehen und be- sonders für die otitischen. Schon der Umstand, dass das Fieber oft sofort abfällt, wenn durch die Paracenfcese und namentlich durch die Eröffnung des Warzenfortsatzes für freien Abrluss des Eiters gesorgt wird, oder wenn ein eariöser Knochen, ein Sequester entfernt wird, beweist, dass der otitische Process an sich und namentlich die bei demselben bestehende Eiterverhaltunu- eine nicht unbeträchtliche Temperatursteigerung bedingen kann. Andererseits muss man Jansen und Körner darin beistimmen. dass die chronische purulente Otitis sowie das Cholesteatom des Felsen- beines in der Eegel nicht mit Fieber einhergehen. Aber jede acute Ex- acerbation, jede Eiterretention kann die Temperatur bedeutend in die Höhe treiben. Die extraduralen Eiteransammlungen können ebenfalls lieberlos verlaufen oder mit mehr oder weniger erheblichem Fieber ver- bunden sein. In inniger Beziehung zu der Temperatursteigerung stehen die Fröste. Ebenso wie diese bilden sie ein häufiges, aber inconstantes Symptom des Hirnabseesses. Da, wo die Erkrankung acut einsetzt, leitet sie sich fast immer mit Frösteln oder selbst mit einem ausgesprochenen Schüttelfrost ei]i. Diese können auch im Verlaufe des Leidens wiederholentlich auftreten und namentlich die sich intercurrent einstellenden Fieberschübe begleiten. Es ist «las aber schon ungewöhnlich, und man darf behaupten, dass die Schüttelfröste selten ein hervorstechendes Element der Symptomatologie des uncomplicirten Hirnabseesses bilden. Das Gleiche gilt für die abun- danten Seh weisse.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21009314_0150.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)