Atlas of rare ophthalmoscopic conditions : and supplementary plates to the atlas of ophthalmoscopy / by J. Oeller ; the text translated into English by Thos. Snowball.
- Johann Nepomuk Oeller
- Date:
- 1903
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Credit: Atlas of rare ophthalmoscopic conditions : and supplementary plates to the atlas of ophthalmoscopy / by J. Oeller ; the text translated into English by Thos. Snowball. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![greifender differential-diagnostiscliei Momenta doch audi die Anamnese genugende Anhaltspunkte fiir die Auffassung des Pro- zesses als einer syphilltischen Endarteriitis bieten. Wolil infoJge dleser arteriellen Erkrankung und der damit verbundenen Veranderung in den liamostatisclnen Verlialtnissen kam es zui- Thrombose des Endstiickes der Ven. temp. inf. Durch zwei Momente veranlasst niussten Netzhautblutungen auftreten, die sich auf die Gegend der obliterierten Arterien und der thrombo- sierten Vene lokalisierten. C. Tab. VI des Atlasses stellt dieses Stadium dar, weist aber schon den Beginn noch einer anderen ophthalmoskopischen Erscheinung auf, die den charakteristischen Befund der vorliegenden Tafel bildet: den Beginn eines Flecken- gurtels. Schon auf der Hohe des Prozesses waren grijsstenteils ausserhalb des Bereiches der Apoplexien in der Gegend der oberen makularen Gefiisse einzelne kleine, langliche, gelblich-weissglanzende Fleckchen aufgetreten ohne typische Gruppierung. Im Verlaufe von Monaten, wahrend sich die Hamorrhagien in den erkrankten Gefassbenirken allmalilich resorbierten, tauchten aber neue Fleckchen in bedeutender Zalil auf, teils nach unten aussen vom Sehnerv, an Stelle einer friiheren Blutung hart an die obliterierte Arterie sich anschliessend, teils gerade um die oberen Makulargefiisse und in einem grosseren Bogen noch weit iiber dieselben hinaufragend, sodass dadurch ein charakteristischer FJeckengurtel um die Netz- hautmitte entstand. In tjbereinstimmung mit den Beobachtungen von Fuchs''') und Goldzieher**} muss demnach ganz besonders be- tont werden, dass der weitaus grosste Teil der Fleckchen an Stellen sich entwickelte, an welchen wahrend der ganzen langen Beobachtungsdauer niemals Blutungen zu konstatieren waren. Wecker und Masselon***} baben ja vom klinischen, Ammannf) auch vom pathologisch-anatomischen Standpunkte aus, die Ansicht ver- treten, dass die weissen Flecke da entstehen sollten, wo friiher Blutungen gesessen hatten, wenn auch erst zu einer Zeit, wo von der Blutung an der betreffenden Stelle schon lange nichts mehr zu sehen war. Diese Annahme hat aber schon deswegen etwas Gezwungenes, weil es niclit leiclit verstandlich ist, dass aus ophthalmoskopiscb vielleiclit nicht immer nachweisbaren, jedenfalls aber regellos zer- streuten Blutungen so grosse Plaques mit einer ganz bestimmten charakteristischen Grupj^irung sich entwickeln sollten. Dass bei Retinitis circinata sich wohl in der Kegel Netzhaut- apoplexien finden, geht aus den Beobachtungen von Wecker, Fuchs, Ammann und mir mit Sicherheit hervor. Geradesowenig aber wie ein zeitliches Zusammentreffen von weissen Fleckchen und Blutungen, beweist ein Aufeinanderfolgen derselben deren ursiichlichen Zusamnienhang, auch wenn die ana- tomische Untersuclumg zerfallende rote Blutkbrper innerhalb von Fettki3rnchenzellen nachweist. Der Fleckengiirtel dUrfte demnach wobl kaum ein direktes Produkt von Blutungen sein. Blutungen und Fleckengurtel haben aber hochstwahrscheinlich eine gemeinsame Ursache in einer Gefassdegeneration. Wenn auch Fuchs ft) speziell gegen die Arteriosklerose als ursilchliches Moment der Retinitis circinata sich aussprechen zu miissen glaubt unter dem besonderen Hinweise darauf, dass die feinsten Auslilufer der Netzhautarterien in der Gegend der Macula vermiige ihrer Feinheit von arteriitisclien Prozessen ausgenommen sind, so blickt doch aus der ganzen Darstellung von Fuchs die Neigung, zuerst auf eine Gefiisserkrankung als nrsachliches Moment *] Fuchs: Retiuitis circinata. Griifes Archiv. 39. Bd., III. Abteilung, png. 261 mid 26-i. '*) Goldziehor: Die Hutchiuson'acbe Verftuderung des Augenhintergrundes. Bericht Uber die 25. Versnmmlung der ophthalm. Geseilschaft Heidelberg 1896. pag. 81. ***) Wecker et J[asselon: Oplitlialmoscopie cliiiique IE. Edition 1891. pag. 230. t) E. Ammann: Ein Fall von Retinitis circinata mit anatomischer Unter- suohung. Arch. f. Angeuheilkunde 35. Bd., 2. und 3. Heft, pag. 131. zu rekurrieren. Seine auf Cohnheims Angaben basierenden Be- denken sind auch sicherlicb nicht gerechtfertigt. Ich erinnere nur an die Gull-Sutton'sche, hyaline, syphilitische Gefassdegeneration, die gerade mit Vorliebe feinste Arterien und Arteriolen befiillt. Selbst das gewohniiche Atherom der Arterien kommt von den Aortaklappen bis in die feinsten Arterien vor. Bei der bekannten Vorliebe des Gefassbezirkes der Carotis interna, spez. auch der Arteria centr. retinae fiir arteriosklerotische Prozesse, kann es darum gar nicht Wunder nehmen, wenn audi makulare Arteriolen von der gleichen Degeneration befallen werden. Ubrigens fiihrt Fuchs selbst unter seinen 12 Fallen zwei als hochstwahrscheinlich und drei als mbglicherweise auf Arteriosklerose beruhend an. Wecker beschuldigt direkt eine Gefiissalteration als Ursache fiir seine De'generescence blanche und hat wenigstens in alteren Fallen Er- krankungen von Netzhautarterien nie vermisst. Ich verweise speziell auf Fig. 42 seiner Opbthalmoskopie clinique, welche eine sehr ausgesprochene Perivasculitis der Art. temp. sup. aufweist. Auch Goldzieher*) kommt auf Grund seiner Erfahrungen uber Ret. circ. zu dem Schlusse, dass Gefilsserkrankungen es sind, welche die charakteristische Gewebsdegeneration in der Netzhaut einleiten, dass es vor allem die Gefiissbezirke sind, die der Er- nahrung der Macula lutea dienen, welche obturiert werden und den Zerfall der von ihnen abhangigen Gewebsbezirke herbeifiihren, so dass auf diese Weise auch die symmetrische Lage der gelblich- weissen Flecke um die fovea centr. erldart ware. Auch meine Beobachtungen nijtigen mich zu dem Schlusse, dass eine Gefass- spez. Arterienerkrankung der feinsten makularen Zweige es sein miisse, die das fragliche Bild hervorruft. In meiner Sammlung ophthalmoskopisclier Abbildungen bewahre ich eine schon mehrere Jahre vor der Fuchs'schen Publikation ent- standene Tafel des rechten Auges einer ca. GOjahrigen Frau auf mit einem hochst charakteristischen Fleckengurtel; zwei Aste der Arteria nasal, sup. und die Art. temp. inf. und einer ihrer maku- laren Aste sind streckenweise in weisse Strange verwandelt. Der in C. Tab. IV memes Atlasses der Opbthalmoskopie abge- bildete Fall des rechten Auges einer 69jahrigen Frau zeigt zwar keine ophthalmoskopisch nachweisbare Gefiisserkrankung, das linke Auge dagegen derselben Patientin weist eine besonders pragnante Gefassdegeneration mit Ketinitis proliferans auf, sodass wohl auch fiir das rechte Auge die Vermutung einer Gefassalteration begriindet sein diirfte. Der in der vorliegenden Tafel abgebildete Fall diirfte ein weiterer sicherer Beweis fur die Annahme einer Gefassdegeneration als ursachlichen Momentes fiir die Retinitis circinata sein. Sind es ja doch feinste makulare Gefasse, griisstenteils des unteren Gefiissbogens, die einer ophthalmoskopisch mit Bestimmtheit nach- weisbaren endai'teriistischen Obliteration verfallen sind, sodass da- durch eine Forderung Goldziehers direkt erfiillt ist. Wenn auch an den feineren Arterien des oberen Bogens sichtbare Wand- erkrankungen fehlen, so legt doch eine obliterierte Gefiisschlinge und eine auffallende Verdiinnung der oberen macularen Arterie den mehr als begrundeten Verdacbt nabe, dass auch die kleineren Ar- terien des oberen Gefiissbogens erkrankt, ibr Lumen verengt sein diirfte. Werden aber feinste Arterien wie die makularen durch Wand- verdickung hochgradig verengt oder obliteriert, so muss um so leichter eine ischamische Erweichung der makularen Partien ein- treten, als bei dem bestehenden Endarteriensystem griissere Ana- stomosen und eine kollaterale Zirkulation ausgeschlossen ist. Sie ist ophthalmoskopisch durch eine grau- oder gelbrotliche Ver- farbung gekennzeichnet und kann der Natur der Sache nach inner- halb bedeutender, riiumlicher Grenzen schwanken. Wie bei der weissen Erweichung im Geliirn, tritt nun auch bei der ischiimischen Makularerweichung an der Grenze zwischen gesundem und erkranktem Gewebe, angelockt durcli den Gewebstod, eine Invasion zahlreicher Fettkornchenzellen ein, die die Aufgabe haben, die Zerfallsprodukte, Myelin etc., in sich aufzunehmen (Fresszellen) und zur Resorption](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21642163_0015.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)