Klinische Mittheilung aus dem Gebiete der Orthopädie und schwedischen Heilgymnastik / von M. Eulenburg.
- Eulenburg, M. (Moritz Michael), 1811-1887.
- Date:
- 1860
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Credit: Klinische Mittheilung aus dem Gebiete der Orthopädie und schwedischen Heilgymnastik / von M. Eulenburg. Source: Wellcome Collection.
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![zarten Organisation die begründete Besorgnis« vor dereinstiger Lungen-Tuberculose. Es handelte sich darum, dieser vorzubeugen. Bis jetzt waren die Lungen vollkommen «'•esund. Die Kinder wurden gegen meine Ansicht nach Palermo geschickt. Da die Knaben dazu bestimmt sind, dereinstens im Norden zu leben, so halte ich ihren längeren Aufenthalt in Palermo in diesem Alter für verfehlt. Der viele Jahre lang- fortgesetzte Gebrauch der Heilgymnastik in einem nördlichen Klima war in diesem Falle allein anzurathen. Der jedenfalls nothwendige Wechsel des Klimas kann mög- licherweise gerade die Lungen-Tuberculose befördern, um deren Verhütung es sich in diesem Falle allein handelte. Als Bestätigung der votrefflichen Wirkung der Heilgymnastik zur Kräftigung der Respiration« - Organe und zur Verhütung der Brustkrankheit führe ich nur sum- marisch die Namen einiger jugendlichen Patienten an, wie Eschwe, Heinrich Henoch, Paul Meyer, Eggebrecht, Birkeufeld, Henschel, welche auf Verordnung der Herren Geheimrath Schönlein, Henschel, Prof. Traube, Dr. Lode, Hoffmann u. A. in meinem Kursaal die Gymnastik zu diesem Zwecke erfolgreich brauchten. XV. Zur ]Se1iaii<lliiii“' der chronischen Unterleibsbeschwerden und Hypochondrie durch schwedische Heilgymnastik. In meiner Abhandlung ,.Die Heilung der chronischen Unterleibsbeschwerden durch schwedische Heilgymnastik, auf Wissenschaft und Erfahrung begründet, Berlin 1S56, bei Hirschwald“ habe ich, gestützt auf die Anschauungen und Forschungen der an- erkanntesten Autoritäten in Physiologie, Pathologie und Therapie, die von mir er- zielten ausserordentlich günstigen Erfolge auch theoretisch zu erklären gesucht. Ich habe daselbst 17 äusserst hartnäckige Krankheitsfälle mitgetheilt unter namentlicher Anführung der Herren Kollegen, welche dieselben meiner Behandlung überwiesen hatten. Zug eich habe ich dort eine Anzahl der von mir dabei angewendeten Be- weguugsformen genau beschrieben und durch Holzschnitte erläutert. In dem der Abhaudlung beigefügten Resümee konnte ich mich dahin aussprechen, dass nach den wahrhaft bedeutenden Kucerlolgen, selbst bei den eingewurzelten, allen anderen Mitteln widerstehenden chronischen Unterleibsleiden, die Behandlung dieser durch schwedische Heilgymnastik als eine äusserst werthvolle Bereicherung der Therapie zu bezeichnen ist. Inzwischen wurden zahlreiche Unterleibskranke meiner heilgymnastischen Behand- lung überwiesen. Es waren meistens solche, die an Mitteln und Kurmethoden so ziemlich Alles erschöpft hatten, was nur in solchen Fällen herkömmlich ist. Gewöhnlich litten sie an hartnäckiger Verstopfung, FLtulenz, Hämorrhoidalbeschwerden, hypo- chondrischer Gemüthsstimmung, Kopfschmerz, Benommenheit des Kopfes und anderen consensuellen Nerven-Affectionen und congestiven Beschwerden. Unter ihnen befanden sich viele, welche zugleich an so häufigen nächtlichen Pollutionen litten, dass auch noch dadurch die ohnehin vorhandenen psychischen und physischen Störungen in lästigster Weise gesteigert wurden. Ich weiss mich von jeder Uebertreibung frei, wenn.ich als Resultat meiner Er- fahrungen die Ansicht wiederholt ausspreche j dass für diese Categorie von Krank- heiten die schwedische Heilgymnastik eine radicale Wirksamkeit bewährt hat. Kranke, welche ich vor nunmehr vielen Jahren an den lästigsten chronischen Unterleibs- beschwerden heilgymnastisch behandelt habe, erfreuen sich seitdem des fortdauernd ungetrübten Wohlbefindens. Mit besonderer Freude erwähne ich hier, dass ich kürzlich 5](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28097713_0075.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


