Lehrbuch der schwedischen Heilgymnastik / von T.J. Hartelius ; deutsche Ausgabe uebersetzt und herausgegeben von Chr. Jürgensen und Dr. Preller.
- Truls Johan Hartelius
- Date:
- 1890
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Credit: Lehrbuch der schwedischen Heilgymnastik / von T.J. Hartelius ; deutsche Ausgabe uebersetzt und herausgegeben von Chr. Jürgensen und Dr. Preller. Source: Wellcome Collection.
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![Gegenden, wird von der Luft aufgenommen, und den Bewohnern mit- getheilt. Endlich giebt es Krankheiten, welche, wie die vorigen, durch An- steckung entstehen, nicht aber ausschliesslich contagiös oder mias- matisch sind, und deswegen miasmatisch-contagiös genannt werden. Hierher gehören Cholera, Typhus, Ruhr, Kindbettfieber, gelbes Fieber u. s. w. Das diesen Krankheiten Gemeinsame ist, dass sie auf Ansteckungs- stoff beruhen, weshalb man sie Infectionskrankheiten nennt. Bei einigen dieser Krankheiten weiss man, wo sich das Gift befindet; bei der venerischen Krankheit z. B. findet es sich in der ausgesonderten Materie, bei den Blattern in dem Ausschlag, dessen flüssiger Inhalt sich zum Impfen anwenden lässt. Das Gift bewirkt seinen Eintritt durch die Haut oder die Lungen. Nachdem der Ansteckungsstoff in den Organismus eingetreten, vergeht einige Zeit, bevor er seine Gegenwart zu erkennen giebt. Diese Zeit wird das latente Stadium genannt, und hat für die verschiedenen Krankheiten verschiedene Dauer. Bei den Blattern und den Masern wird ein 14tägiges latentes Stadium angenommen, bei der Cholera und dem gelben Fieber eines von nur wenigen Tagen. Erkranken viele Menschen gleichzeitig und in gleicher Weise, so spricht man von epidemischer Krankheit': tritt dieselbe Krankheit häufig an demselben Platze auf, nennt man sie endemisch; werden nur einige wenige Personen angegriffen, nennt man sie sporadisch. 14. Parasiten. Mit Pai'asiten sind vegetabilische oder thierische Organismen gemeint, welche sich während ihrer ganzen Lebenszeit oder nur einem Theil derselben in anderen lebenden Organismen ansiedeln. Diese zu manchen Krankheiten Anlass gebende Ansiedelung fremder Organismen im Menschen bildet eine wichtige Zeitfrage. Kranklieitszeiclioii (Symptome). Jede Krankheit macht sich durch gewisse Zeichen (Sjauptome) bemerkbar. Was der Kranke selbst von seiner Krankheit empfindet, nennt man subjective Kraukheitszeichen. Beim leichten Schnupfen ein Kitzeln in der Nase, Ijei stärkerem Schnupfen eine sich mitunter auf die Stirn erstreckende Spannung oder Schmerz sind subjective Zeichen dieser Krankheit. Beim Lungenkatarrli bemerkt man Hustenreiz; ist er heftiger, dann tritt Schwere in der ]3rust und aucli Kurzathmigkeit ein, mit- unter Wärmegefühl und Kopfweh, als subjective Zeichen dieser Krankheit. Eine Lungenentzündung äussert sich dem Kranken durch allgemeine Scliwäche und Unwohlsein, durch abwechselnden Frost und Hitze, durch schmerzhaftes Athmen u. s. w. Es ist indessen unziiyerlässig, die subjectiven Krankheitszeichen allein der Beurtheilung einer Krankheit zu Grunde zu legen, indem sie nicht immer in dem recbten Verliältuiss zu der Intensität und Aus- dehnung einer JCrankheit stellen. Es giobt andere sichere Mittel zur rechten Auffassung einer Kranklieit. Härtel ins, Schwed. Hoiljjymiiastik. o](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20419430_0131.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


