Die Entwicklung der biologischen Forschungsmethode in der Antike und ihre grundsätzliche Förderung durch Theophrast von Eresos / von G. Senn.
- Gustav Senn
- Date:
- 1933
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Credit: Die Entwicklung der biologischen Forschungsmethode in der Antike und ihre grundsätzliche Förderung durch Theophrast von Eresos / von G. Senn. Source: Wellcome Collection.
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![wie das Verdorren des Getreides bei Wassermangel erfolgt (eben¬ da S. 381. Z. 12). Auf Analogie gründet sich and) seine Auffassung des Herzens als einer Feuerstelle, weldie die angeborene Körper¬ wärme fortwährend neu erzeuge1. Wie Hippokrates, den er hodi verehrte und vielfadi kommentierte, war er Anhänger der Vier- Säfte-Lehre. Von Athenaios und der pneumatischen Schule hat er die hohe Wertung des Pneumas übernommen (Galen, Über die erkrankten Organe IV Kap. 3, Kühn VIII S. 233- Z. 3. ff.). Auf dem Gebiete der Pathologie und der Therapie, die Galen vorwiegend in seinen späteren Werken behandelt hat (Ilberg 1, 1889 S. 239), lassen seine Anschauungen ebenfalls mandie Be¬ ziehungen zu den Pneumatik er n erkennen. So sind wir der von ihm vertretenen Krankheitstheorie, nadi welcher das Vor¬ herrschen einzelner Qualitäten Krankheit hervorrufe2 3, in der¬ selben Form sdion bei Athenaios begegnet (vgl. S. 182). Wie dessen Schüler glaubt Galen, daß mandie Fieber durch eine Gährung, resp. Fäulnis der Körpersäfte entstehen (über d. versdi. Fieber¬ arten S. 7, Bd. VII S. 295). Andre Fieber dagegen führt er auf eine abnorme Menge der Körperwärme zurück . Je nachdem dabei ein fester oder ein flüssiger Körperbestandteil erhitzt werde, sollen versdiiedenartige Fieber auftreten (ebenda Kap. 9, S. 304* Z. 7)* Diese Theorie sudit Galen mit Hilfe von Analogien mit dem Ver¬ halten kalten und warmen Wassers als richtig zu erweisen (eben¬ da S. 276 f.). Da sich seine schriftstellerische Tätigkeit über viele Jahre er¬ streckte und wir seine Werke in einiger Vollständigkeit besitzen, erhebt sidi die Frage, ob sich in seiner Forschungsmethode, ähn¬ lich wie bei Aristoteles und Theophrast, eine Entwiddung erkennen lasse. Abgesehen davon, daß sidi Galen mit zunehmendem Alter von den theoretischen Disziplinen abkehrte und praktisch-medi¬ zinische Fragen bevorzugte (siehe oben), hat er, wie er selbst 1 zi]v xagötav Ö’ e%eu zä Ccm xahäneg ztvög zcvgög eöztav. Entwicklg. d. Embryos, Kap. 3. Kühn, Bd. IV S. 671. Z. 7. 2 xal ylveö'd'cu zag zcgcozag vöoovg zp dvaxgaoCq, zovzov (degpov, yjvxgov, §r]gov, vygov). Über die verschiedenen Fieber I. 3, Kühn VII 281. Z. 9. 3 fj pev yäg ovöCa zcov jivgezcöv iv zog yevsi zfjg jiagä cpoatv dsgpözgzog. ebenda I. 1., Kühn VII S. 275. Z. 5.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29978622_0198.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


