Die Entwicklung der biologischen Forschungsmethode in der Antike und ihre grundsätzliche Förderung durch Theophrast von Eresos / von G. Senn.
- Gustav Senn
- Date:
- 1933
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Credit: Die Entwicklung der biologischen Forschungsmethode in der Antike und ihre grundsätzliche Förderung durch Theophrast von Eresos / von G. Senn. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![i richtet. Mit ihm traf Platon auf seiner letzten Reise nach Sizilien i und Unteritalien 36l a. Chr. zusammen. Als echter Pythagoreer ) befaßte sich auch Archytas mit akustischen Experimenten. Von der i Tatsache ausgehend, daß die „Mathematiker” — gemeint sind offen- 3 bar auch Pythagoreer des 5- Jahrhunderts, z. B. Hippasos, vielleicht !audi Philolaos — gezeigt hatten, daß ein Schall durch gegenseitigen Anschlag zweier Körper entstehe (Diels, Vors. I 35> B. Fr. I, S. 330> fand Archytas mit Hilfe eines Holzstabes, den er verschieden rasch | durch die Luft bewegte, daß bei rascher Bewegung ein hoher Ton, ) bei langsamer ein tiefer entstehe. Angesichts des Wortlauts des i erhaltenen Fragments kann es keinem Zweifel unterliegen, daß Archytas wie vielleicht schon Hippasos, seine Experimente logisch n aneinander reihte, d. h. sich auf Grund eines Versuchsresultats zu- § nächst eine bestimmte Vorstellung vom Wesen des in Frage stehen- 3 den Vorgangs machte. Diese seine Vorstellung, die in diesem Falle i fast dasselbe ist was eine Hypothese, jedenfalls zu einer solchen i führen kann, prüfte er dann mit Hilfe eines weiteren, den ersten h ergänzenden Versuchs auf ihre Richtigkeit. In nuce also die Ver- > Wendung des Experiments zur Verifikation einer wissenschaftlichen ] Hypothese! Damit hat Archytas der Physik die ihren Objekten 1 adaequate Forschungsmethode geschenkt, die Methode, die sie noch ) heute mit Erfolg verwendet. Die Ergebnisse seiner physikalischen Forschungen hat er nach ( Diogenes Laertius (VIII 4, § 82) in einer Schrift „Über Mechanik” j zitQL pty/yivciq niedergelegt. Daß sich Archytas auch mit Problemen der r organischen Welt befaßt hat, ergibt die zuverlässige Angabe der | pseudoaristotelischen Problemata (16.9)) wonach er die runde Form, t* 1 welche bei den tierischen und pflanzlichen Gebilden vorherrscht, 1 aus dem Gleichmaß erklärte, welches in der natürlichen Bewegung i herrsdie, die zur Kreisgestalt führe. Aus dem Zeugnis des Varro (d e r e j rustica I I. 8, Diels Vors. I S. 33§ Z. 15) geht außerdem hervor, daß ^ „Archytas Pythagoreus” ein Werk über Landwirtschaft verfaßt hat; | doch ist von dieser Sdirift nidits auf uns gekommen 1 (vgl. S. 63). 1 Daß Diogenes Laertius (VIII 4 § 82) diese Schrift einem andern, seinem fj „dritten“ Archytas zuweist, kann Varros Angabe nicht entkräften, da dieser dem ' Pythagoreer zeitlich noch viel näher stand (116—2/ a. Chr.) als Diogenes i (3. Jahrh. p. Chr.).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29978622_0063.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)