Gesammelte Beitrage zur Physiologie. Recueil des memoires physiologiques de Maurice Schiff.
- Date:
- 1894-1898
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Credit: Gesammelte Beitrage zur Physiologie. Recueil des memoires physiologiques de Maurice Schiff. Source: Wellcome Collection.
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![in der beigegebenen Skizze angedeutet, sind sie alle (ausser vielleicht 4 kurzen Querfasern im obersten Winkel zwischen Raphe und Hypoglossus- kern) mit einem und demselben Kern in Verbindung, von dem sie nach innen und nach aussen ausstrahlen, um die Querbalken des Netzes zu bilden. Viele bilden an ihrer Wurzel dickere Garben, die erst antero- lateral verlaufen, um sich dann einzeln in stärkeren Bogen in die horizontale Richtung zu begeben. Wenn die reticulare Substanz in der ganzen Dorsalhälfte derMeduUa oblongata eine einheitliche Beziehung zurAthmung hat, so können nur die horizontalen Fasern diese Einheit darstellen, da sie alle sich in einem Kerne begegnen. Und der Kern, in dem sie zu- sammentreffen, ist eben die Ala cinerea, die sich uns auch bei direkten Versuchen als Athemcentrum erwiesen. Die Substantia reticularis wäre also in Bezug auf die Ala cinerea das Gebiet, durch das die Verbindung der Ala mit den übrigen Centren hergestellt wird, das Gebiet, durch das die Wurzeln zum Centrum gelangen und aus dem Centrum aus- treten. Wenn, wie kaum zu bezweifeln, diese Deutung des mikroskopischen Bildes richtig ist, so ist leicht zu begreifen, warum eine unvollstän- dige Zerstörung der Ala cinerea die Athmung gewöhnlich weniger stört, als eine ausgedehnte Abtrennung der äusseren Retikularsubstanz, die um die Ala cinerea herumhegt. Die unvollständige Verletzung der Ala be- trifft ja gewöhnlich deren oberflächhch hervorgewölbte, an der Funktion, so viel ich sah, nicht betheihgte Portion. Die Querfasern aber, die mit dem tieferen Theil des Centrums in Verbindung stehen, müssen alle, theils als centripetale, theils als centrifugale Wurzeln ihre Wichtigkeit haben. Auch mein ursprünglicher Versuch ist, wenn man ihn so ansehen will, eine Trennung der Querfasern der retikulären Substanz. Ich habe die Ala cinerea in die Höhe gehoben und sie so von den Querfasern losgetrennt. Wäre die Wirkung wohl eine andere, wenn man die Quer- fasern von der Ala abtrennt? Eine Bestätigung (und nicht, wie behauptet worden, eine Wider- legung) findet meine Ansicht in einem galvanischen Reizversuch von Gad. Derselbe hat gefunden, dass die retikuläre Substanz durch Elektrizität erregbar ist. Dies ist bis jezt noch an keinem nachweisbaren Centrum, sondern nur an Leitungsbahnen beobachtet worden. Da die Netzsubstanz wahrscheinlich auch centripetale Fasern enthält, die das Respirations- centrum auf ihre Weise reflektorisch erregen, und da das Mark in an- deren Höhen andere centripetale Fasern für die Athmung enthält, so ist es schon a priori zu erwarten, dass Mitreizung dieser Fasern]^in ver- schiedenen Höhen des Markes auch etwas in der Form verschiedene](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21903967_0060.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


