Gesammelte Beitrage zur Physiologie. Recueil des memoires physiologiques de Maurice Schiff.
- Date:
- 1894-1898
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Credit: Gesammelte Beitrage zur Physiologie. Recueil des memoires physiologiques de Maurice Schiff. Source: Wellcome Collection.
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![EiNi.'r,nss der Nekven(!|']ntra folgenden Jahre die Versuche von Räch (1863) zu unserer Kenntniss gelangten, hofften wir durch eine passende Modifikation derselben auch bei Saugethieren unseren Satz beweisen zu können. Aber eine kurze Ueberlegung zeigte, bevor wir nur ein einziges Thier den Versuchen ge- opfert, dass hier keine bestimmten Resultate zu erlangen sind. Räch ist in der Wahl seiner Methode unglücklich gewesen, er hat seinen Satz nicht bewiesen^). Derselbe ist Theorie geblieben, wie er es schon in den Arbeiten Vierodt's und Volkmann's war. Rosenthal ist es aber auch trotz sehr anerkennungswerther Versuche nicht gelungen, die An- sicht zu widerlegen, dass die Athembewegungen der Säugethiere reflek- torischer Natur seien2). Ja selbst wenn es, wie Rosenthal versuchte, einst gelingen sollte — und warum sollte dies nicht möglich sein — die Athemthätigkeit des verlängerten Marks zu erhalten trotz Abtrennung aller sensibeln Wurzeln, so würde ich noch nicht auf die Verallgemei- nerung der an Batrachiern gefundenen Thastachen verzichten. Fun- damentale Gesetze, wie diese Thatsachen sie verkünden, variiren nicht je nach den Thierklassen. Aber bei Fröschen ist die Sensibilität der am Mark abgeschnittenen Nervenwurzeln und der Hinterstränge so wenig ausgebildet, dass sie einem bewährten Forscher wie Van Deen trotz vieler hierauf gerichteter Untersuchungen einst gänzlich entgehen konnte. Der Athemreiz erreicht sie nicht, wenn die periphere Sensibilität nicht mitwirkt. Der Sensibilität der Vorderstränge will ich hier noch gar nicht gedenken. Bei Säugethieren hingegen sind hintere Wurzeln und Hinterstränge selbst nach Durchschneidung der ersteren nachweishch im höchsten Grade empfindlich. Sollte der chemische Reiz, der normal die Athembewegung bewirkt, hier keinen Angriffspunkt mehr finden können, wenn die Peripherie versagt? Dies ist nicht einmal wahrscheinlich. Rosenthal kann also noch mehr zugegeben werden, als er that- sächhch behauptet hat, und dennoch bleibt unsere aus einem rudimentären, jedoch bedeutungsvollen Froschversuch gezogenen Folgerung unerschüttert, dass die Respirationsbewegung eine reflektirte ist. Eine direkte Ein- wirkung eines Reizes, sei es auch eines chemischen, auf die motorischen Elemente kann man wohl am peripherischen Nervensysteme demonstriren und annehmen, an den centralen Elementen sind bis jetzt alle derartigen Versuche gescheitert. 0 üebrigens kennen wir die Arbeit von Räch nur aus den Jahresberichten, und auf diesen fusst unser Urtheil. 2) Weder Räch noch Rosen thal haben alle sensibelen Nerven durchschniltcn die noch zum verlängerten Marke führten.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21903967_0064.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


