Zur Operation der Hypophysisgeschwülste / von Prof. Freiherrn von Eiselsberg.
- Eiselsberg, Anton, Freiherr von, 1860-1939.
- Date:
- [1913]
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Credit: Zur Operation der Hypophysisgeschwülste / von Prof. Freiherrn von Eiselsberg. Source: Wellcome Collection.
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![]Jr. ]*’rc*ih. v. Ei sei sb erg, den. Erhalte, nachdem die Libido durch 2 Jahre vollkommen verschwunden war, wieder Eroctionen. Die geringste Verbesserung betraf sein Sehver* i mögen; das linke Auge blieb blind, es war ja vorher schon zu schwer ge- schädigt. Das rechte Auge war etwas verbessert, Jedoch das Gesichtsfeld noch ebenso eingeschränkt wie vor der Operation. Kein Eoetor ex nasi. Die einzige ■ Klage, welche Pat. damals vorbrachte, war die über rheumatische Schmerzen ! in der rechten Schulter. I 6^). Typische Akromegalie, leichte Adipositas. — Sehr schwerer Kopfschmerz. — Temporäre Aufklappung der Nase und * der vorderen Wand des Sinus frontalis und Entfernung eines malignen Tumors (Sarcoma alveolare) der Hypophysis. — Eou- droyante Meningitis, nach 4 Tagen zum Tode führend. J Gisela K., 40 Jahre alt,'hatte als Kind eine Augenentzündung, von der Maculae corneae zurückgeblieben sind. Ausser Varicellen keine Kinderkrank- heiten. Schon als Mädchen litt Pat. an heftiger Migräne. Keine Schw’anger- schaft, kein Anhaltspunkt für Lues. Menses bis jetzt immer regelmässig, keinerlei Störung in den Sexualfunctionen. Vor 10 Jahren plötzliches heftiges^ Kopfweh und starkes Erbrechen, die Schmerzen waren so stark, dass Patientin brüllte. Gleichzeitig trat Doppelsehen und Flimmern vor den Augen auf. Vor 9 Jahren bemerkte Pat., dass ihr die Schuhe, Handschuhe und Ringe zu klein , wurden, ihr Gesichtsausdruck sich änderte, Nase und Stirnbein mehr hervor-; traten, die Zähne des Unterkiefers auseinander wichen. Der Hals wurde voller < und die Stimme tiefer. Im Beginn der Krankheit Parästhesien der oberen ’ Extremitäten, die das An- und Auskleiden erschwerten. Pat. gebrauchte ersti eine Arsencur, später Thyreoidintabletten ohne Erfolg. Im letzten Halbjahr ver-; schliramerten sich die Kopfschmerzen ganz wesentlich und wurden ganz uner-; träglich, so dass sich manchmal alles vor ihrem Gesicht verdunkelte. Dabei | keine Abnahme des Sehvermögens, doch traten Verdauungsstörungen ein und, in Folge der Kopfschmerzen Schlaflosigkeit. Im Anfang der Erkrankung be-, merkte Pat. Abnahme, in den letzten Monaten trotz der Schmerzen Zunahme des Gewichts um 5 kg. Status praesens: Grosse kräftige Frau, nicht übermässiger Panniculus adiposus. Typische Akromegalie. Schneidezähne im Unterkiefer aus-^ einander getrieben. Mässiger Exophthalmus. Ausser dem durch die alten Maculae ; corneae bedingten irregulären Astigmatismus keine Veränderungen in den Augen wahrnehmbar. Gehör normal. In der Nase chronischer Katarrh. Keine Struma. Harn normal. Das Röntgenbild zeigt eine enorme Erweiterung der Sella turcica ohne wesentliche Zerstörung der Contour, sehr ausgedehnte Keilbeinhöhle (Fig. 12). Während einiger Tage erhielt Pat. Urotropin, der ziemlich starke Nasenkatarrh wurde durch Spülungen zu bessern versucht. Operation am 5. 3. 1910 in Narkose mit Billrothmischung ohne vorherige Morphininjection. Bellocque’scher Tampon, Aufklappung der Nase, dazu ein Schnitt längs der Augenbrauen und temporäre Eröffnung der vorderen Stirn- höhlenwand. Vorsichtige Entfernung der Schleimhaut der Stirnhöhle, typische 1) Der Fall ist in meiner englischen Arbeit kurz erwähnt.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22441517_0022.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)