Licence: Public Domain Mark
Credit: Handbuch der ärztlichen Technik / von Hermann Rieder. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Royal College of Physicians of Edinburgh. The original may be consulted at the Royal College of Physicians of Edinburgh.
55/436 (page 37)
![Fig. 45. Röhrenförmige Specula. hier in Verwendung, und zwar entweder röhrenförmige (aus Hartgummi, Porzellan, Milchglas [Mayer], Metall, Spiegelglas [Fergusson]) oder mehr- blättrige, oder aus verschiedenen Theilen bestehende rinnenförmige Specula. a) röhrenföi’mige Specula. Das eine Ende dieser Specula ist schräg ahgeschnitten, das andere trichterförmig erweitert (Fig. 45). Die Instrumente sind sehr handlich, leicht zu reinigen, erlauben gute Beleuchtung der Genitalien, sind haltbar und billig. Die Vaginalportion lässt sich mit ihnen gut einstellen. Verfahren. Die Untersuchung wird in Rücken- lage der Patientin bei angezogenen Beinen entweder im Bette oder besser noch auf einem Untersuchungs- stuhle oder Tische vorgenomraen. Zeigefinger und Daumen der einen Hand halten die Labien auseinander, das gut beölte Speculum wird in die volle andere Hand genommen, Zeige- finger gerade ausgestreckt, Daumen und Mittelfinger seitlich anliegend. Man setzt die abgeschrägteSpitze des Speculums auf das Frenulum und die untere Scheidenwand, welche viel weniger empfindlich ist als die vordere Vaginal- wand, drängt bei Vermeidung des Harnröhrenwulstes den Daumen nach hinten und schiebt hierauf unter langsam rotirender Bewegung das Speculum weiter bis zur Vaginalportion, welche man durch abermalige leicht rotirende Be- wegung des Speculums sich einzustellen sucht. Diese Einstellung gelingt meist leicht und rasch bei genügend starkem Herabdrängen des Dammes. Jeder Arzt muss über eine Anzahl weitere und engere Milchglasspecula verfügen. b) die mehrblättrigen Specula (das von Cusco [Fig.46] das beliebteste) werden mit aneinander liegenden Branchen in die Vagina eingeführt und hier durch einen be- sonderen Mechanismus geöffnet. Da durch sie leicht Schleimhautfalten beim Zurück- ziehen eingeklemmt werden und die Unter- suchung der Vaginalportion nicht immer leicht zu ermöglichen ist, werden sie nur selten mehr gebraucht. Für genaueste Inspection der Vagina und Vaginalportion, sowie für Operationen sind besonders geeignet: c) die Simon’schen Specula (Fig. 47), weil sie die Vaginalwände gut auseinander halten, auch in Rückenlage angewendet werden können und Väginal- portion und Scheidengewölbe gut zugänglich machen. Es sind halbrinnen- förmige Platten aus Metall, die an einen Stiel (Handgriff) angeschraubt werden. Für die hintere Vaginal wand dient ein rinnenförmiges (Fig. 47 A), für die vordere ein plattenförmiges Speculum (Fig. 47 B). Dieselben sind der Weite der Scheide entsprechend zu wählen, an der Aussenseite einzuölen! Für die seitlichen Vaginalwände können ausserdem 2 Seitenhebel (hier nicht abgebildet) benutzt werden. Sind die letzteren nothwendig, so bedarf man doppelter Assistenz zum Halten. Fig. 46. Speculum nach Cusco.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21907079_0055.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)