Volume 1
Die Wirkungen von Arzneimitteln und Giften auf das Auge : Handbuch für die gesammte ärztliche Praxis / von L. Lewin und H. Guillery.
- Lewin L. (Louis), 1850-1929.
- Date:
- 1905
Licence: Attribution-NonCommercial 4.0 International (CC BY-NC 4.0)
Credit: Die Wirkungen von Arzneimitteln und Giften auf das Auge : Handbuch für die gesammte ärztliche Praxis / von L. Lewin und H. Guillery. Source: Wellcome Collection.
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![Piper methysticum. Nach Aufnahme grösserer Mengen eines wässerigen Auszuges der Kawawurzel, in den die berauschend wirkenden Kawaharze übergehen, treten unter anderen cerebralen Symptomen auch Sehstörungen auf. Das Auge sieht die vorhandenen Gegenstände, will und kann sie aber nicht, gehörig fixiren, ebenso wie das Ohr percipirt, ohne sich über das Ge- hörte Rechenschaft geben zu können. Dazu kann sich Diplopie gesellen. Bei alten Kawa-Trinkern sind die Augen rotli, entzündet, bisweilen triefend und das Sehvermögen gestört1). Cannabis indica. Der indische Hanf, ein cerebrales Gift, vermag Sehstörungen t hoi Ls durch diese Eigenschaft, theils durch peripherische Einwirkung auf Opticus oder Retina zu erzeugen. In früherer Zeit schrieb man sogar den Emanationen des gewöhnlichen Hanfes die Fähigkeit zu]. Schwachsichtigkeit zu erzeugen: „si quis in cannabino agello diu sederit aut dormiveril, non solttm inde luscus evadit sed etiam vertiginosus ei ebrius. “ Trotz der umfassendsten Untersuchungen ist es bis heute nicht ge- lungen, das oder die wirksamen Principe des indischen Hanfes zu iso- liren. Aber auch die galenischen Präparate dieser Pflanze variiren he- • deutend in ihrer Wirkung je nach Alter oder Herkunft, so dass man in Bezug auf sie nicht einmal von einer Wirkungseinheit sprechen kann. Ziemlich constant sind einige Störungen am Auge, die sowohl nach j acuter Aufnahme individuell zu grosser Mengen, als bei chronischem Gebrauche der Pflanze oder einzelner ihrer Theile erscheinen. Die Pupillen sind, wenn auch nicht constant, so doch häufig er- weitert. Grosse und mässige, ja sogar kleine Mengen des Mittels, erzeugen diese Mydriasis meistens schon kurz vor dem, hauptsächlich aber in dem Rauschzustände, in dem das Bewusstsein erhalten sein kann. Wir kennen sehr viele solcher Fälle, aber nur sehr wenige, in denen die Pupillen verengt oder unverändert waren. Dies Letztere wurde z. B. bei einem gewohnheitsmässigen Hanfraucher beobachtet, der drei Tage lang in Katalepsie mit Bewusstlosigkeit lag. Die Reaction auf Licht wurde oft erhalten gefunden. Die Accommodationsfähigkeit kann leiden. Obschon exaete ophthalmologische Untersuchungen darüber fehlen, so ist die Thatsache • an sich zweifellos. Man stellte Accommodationsstörungen bei unveränderter, verengter oder erweiterter Pupille fest. In Selbstversuchen fand ma|i constant Mydriasis und Fernsichtigkeit dadurch erzeugt. Ebenso entsteht recht häufig Diplopie. Eine hysterische Frau. <lii> nach allen möglichen Mitteln auch Extr. Cannabis indic. in alkoholi- scher Lösung erhalten hatte, bekam dadurch Erregung in Sprache und Bewegung. Ihre Pupillen waren weit und sie klagte über Doppeltsehen. 1) Ti. Löwin, Ueber Piper methysticum. Berlin 1886.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21719743_0001_0124.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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