Volume 1
Die Wirkungen von Arzneimitteln und Giften auf das Auge : Handbuch für die gesammte ärztliche Praxis / von L. Lewin und H. Guillery.
- Lewin L. (Louis), 1850-1929.
- Date:
- 1905
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Credit: Die Wirkungen von Arzneimitteln und Giften auf das Auge : Handbuch für die gesammte ärztliche Praxis / von L. Lewin und H. Guillery. Source: Wellcome Collection.
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![4? 4. Aufnahme und Verbreitung von chemischen Freindstoffen im Auge. Die chemischen und physikalischen Eigenschaften der an die Augen- häute gebrachten gelösten oder festen Stoffe sind, wie an anderen Geweben, die mit Schleimhäuten, oder den Schleimhäuten ähnlich sich verhaltenden Membranen versehen sind, entscheidend für ihre Aufnahme. Eine solche findet ceteris paribus statt proportional der Grösse der be- rührten Fläche, der Dauer der Berührung und der Wärme der Membran1). Die Temperatur des geschlossenen Bindehautsackes ist nur wenig niedriger als die der Mundhöhle. Alle Einflüsse, durch welche seine Gefässe erweitert oder stärker gefüllt werden, so z. B. directe Erwärmung der Lider, hohe Lufttemperatur, Insolation, Entzündung, lassen seine Wärme steigen, und alle gefäss verengern den oder blut- vermindernden Einwirkungen, wie örtliche Abkühlung, Einträufelung von Cocain oder Adrenalin oder Compression der Carotis, vermindern seine Wärme. Die Wärme der Hornhaut ist aus begreiflichen Gründen an sich nicht hoch, und niedriger als die in der Vorderkammer; die Temperatur beider steht zurück gegenüber der weiter rückwärts gelegener Angentheile, z. B. der Linse und des Glaskörpers. Direct temperaturerhöhenden oder erniedrigenden Einflüssen sind beide in besonders starkem Maasse aus- gesetzt. Die Menge des an einen Körpertheil heranströmenden normalen Blutes giebt ceteris paribus den Maassstab für seine Wärme ab. Daher hat die hintere Augenwand beinahe volle Bluttemperatur. Eine lückenlose Vorstellung über die Art des Zustandekommens der Resorption fremder Stoffe seitens der Augenhäute, d. h. des Ein- dringens in die Gewebe und der eventuellen Fortführung durch die Gefässwände in die Säftebahn zu haben, ist nicht möglich. Es kommen in Frage: 1. Die Diffusion durch trennende feuchte Membranen. Die Summe aller Umhüllungen der zelligen Gewebselemente ist als trennende Membran anzusehen. Für Wasser und auch viele Salzmoleküle oder organische Verbindungen der verschiedensten Art sind diese Mem- bianen durchgängig. Aber, gleichgültig ob sie leicht oder schwer durch- lässig sind innerhalb und in der Umgebung jeder einzelnen Zelle oder eines Zellcomplexes müssen Druckänderungen und Bewegungen von Flüssig- keit 711 St:inrlr> TYl An /l 1 A f7ll /I A 11 W iuL-.n -»-v ,] 17 1 * J * l keit zu Stande kommen, die zu der Wirkung und Verbreitung einer Arznei- lösung wesentlich beitragen. Der Stillstand wird eintreten, wenn auf beiden in der osmotischen Bewegung ... . _ Seiten der trennenden Membranen der gleiche Druck besteht. Diese einfachsten Vorgänge spielen jedenfalls eine Dm endosmotischen Verhältnisse sind aber an einem zusammen- gese z en Gewebe, wie z. B. einer Schleimhaut, viel complieirter. weil ( msc aus osmotisch versehie den wert higen Schichten besteht, und weil auch chemische Vorgänge der mannigfaltigsten Art miteingreifen Von einer eigentlichen Filtrat inn winl , kaum die Rede b sein niigender Höhe nicht vorhanden können, weil hierzu tonnen. auch im Allgemeinen wohl ein einseitiger Druck in ge- hst. D E. Lewin Deutsche med. Wochcnschr. 1695, No. 21.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21719743_0001_0021.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


