Volume 1
Die Wirkungen von Arzneimitteln und Giften auf das Auge : Handbuch für die gesammte ärztliche Praxis / von L. Lewin und H. Guillery.
- Lewin L. (Louis), 1850-1929.
- Date:
- 1905
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Credit: Die Wirkungen von Arzneimitteln und Giften auf das Auge : Handbuch für die gesammte ärztliche Praxis / von L. Lewin und H. Guillery. Source: Wellcome Collection.
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![Säftestrom fortgcfiihr webe dort bleiben, oder durch den aus dem Körper ausgeschioden werden. Das Eindringen vieler llüchtigen u Protoplasma lebender Zellen wurde osmometrisch erwiesen. und eventuell und nicht tliichtigen Stolle in das Es scheint, j. i vtvyMiivuiMw / nach den Feststellungen von Overton, als wenn im Allgemeinen die _ — - y_, • — / y-J Fähigkeit der Moleküle, in das lebende Protoplasma zu dringen, mit dt Zunahme des specilischen Giftes mehr und mehr verloren geht. Die fremden Stolle können in der Zelle bleiben, wenn sie chemische Be- ziehungen zu ihr haben. Ihre Wirkungsenergie kann dadurch sich er- schöpfen. Verändert oder unverändert können sie aber auch aus der Zelle xosmotisch strömen, um schliesslich auf irgend einem Wege in den gelangen. Der Vorgang des Uebertritts in den e> grossen Säftestrom zu Kreislauf vollzieht sich bei manchen Stollen, z. 13. solchen, die durch Dissociation einen gasigen Bestandteil abspalten, sehr schnell. So kann vom Bindehautsack aus Oyankalium ein Thier tödten. Für Kupfer und Blei wurde erwiesen, dass sie von allen Theilen der Pllanzenzelle: von der Membran, dem Protoplasma, dem Kern fest- gehalten werden. Es ist sicher, dass auch nur einige dieser Theile an der zeitweiligen Giftbindung beteiligt sein können. Ist eine gelöste Substanz in das Auge von aussen gelangt, oder in ihm entstanden, so giebt es ausser der Diffusion durch Membranen noch eine Möglichkeit der Verbreitung in diesem Organ, nämlich die directe Diffusion von Lösung zu Lösung. Der eigenartige Bau des Auges begünstigt eine solche; denn überall giebt es hier mit Endothel bekleidete capillare Spalten und mit seröser Flüssigkeit gefüllte Räume, welche zum Lym phgefässsystem gehören und teilweise mit einander offen in Verbindung stehen. Dies ist z. B. der Fall zwischen den Lücken des Lig. pectinatum und der vorderen Kammer. Das Endothel der Kammer geht auf die Bälkchen des Lig. pectinatum über. Von der vorderen Kammer aus kann Flüssigkeit in den Oanalis Petiti dringen und zwar durch Lücken im vorderen Zonula-Blatte. Glaskörper, Centralkanal und cireumvasculäre Lymphräume der (»mtralgelässe des Sehnerven hängen mit einander zusammen. Die Wege sind sehr eng, aber ein Abfluss aus dem Glaskörper ist möglich. Zwischen Netzhautepithel und der Stäbchen- und Zapfenschicht be- steht ein Raum, von welchem aus Pigment leicht in die Netzhaut, aber bäum in die Aderhaut dringt, letzteres nur stellenweise den Blutgefässen entlang. D( i Subaiachnoidealraum des Gehirns setzt sich in den Intcrvaginal- raum des Sehnerven fort1). Bei Injectionsversuchen, die diese Verbin- Die düng erweisen, füllt sich auch die Lamina cribrosa vollständig. Färbung durch die injicirte Masse erstreckt sich quer durch den Seh- nerven m Gestalt eines sehr zierlichen Netzwerkes2). Während des Lebens iih < t ein A bsickern aus den Subarachnoidealräumen in den Intcrvaginal- aum < cs Sehnerven statt. Im Inter vaginal raum bewegt sich die Flüssig- keit nach dem Auge zu. N<u b Injection einer Zinnoberaufschwremmung in den Subarach- sich der Farbstol]’ li.u.iuubuiunt IIWPIIIIIIUII idealraum des Rückenmarkes oder Gehirns, häuft 1) Schwalbe, Centralbl. f. med. Wissensch. 18(39. No. 30. bchmidt, Arch. f. Ophthalm. Bd. XV. Abtli. 2.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21719743_0001_0023.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


