Volume 1
Die Wirkungen von Arzneimitteln und Giften auf das Auge : Handbuch für die gesammte ärztliche Praxis / von L. Lewin und H. Guillery.
- Lewin L. (Louis), 1850-1929.
- Date:
- 1905
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Credit: Die Wirkungen von Arzneimitteln und Giften auf das Auge : Handbuch für die gesammte ärztliche Praxis / von L. Lewin und H. Guillery. Source: Wellcome Collection.
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![ruhig bleihon mul nur der andere sich bewegen. .Niemals sind die I»e- wegungen krampfhafte und plötzliche, sondern langsame, gleitende und rollende. Das bleiche erschein! auch in anderen Zuständen von Bewusst- losigkeit 1). Der Einfluss auf die A.ugcnstelJung wird verschieden angegeben. Die Bulbi sind in manchen Fällen so verzogen, dass die Cornea nach oben gerichtet ist., dann tritt sie in die Mitte der Lidspalte, während ein Hin- und fierspielen der Bulbi auf Remission der Narkose hindeutet. Bekannt ist. dass nach der Narkose die Beurtheilung der Augen- stellung nach Schicloperationen schwierig ist. Dass während derselben die Convergcnz vermindert, die Divergenz vergrössert sei2), hat jedenfalls nicht für alle Fälle Leitung, doch giebt schon von Grade an. dass ( hloroforminhalationen einen allerdings rasch vorübergehenden Einfluss auf die Spannkraft der inneren Augenmuskeln hätten3). Zu besserer Aufklärung der Verhältnisse wurden Versuche in der 'Weise von dem Einen von uns4) angestellt, dass das Nareoticum un- mittelbar aus dem Gefässe. welches dasselbe enthielt, in kräftigen Zügen durch die Nase hei geschlossenem Munde eingcaihmet wurde. Die Wir- kung trat, schon nach wenigen Zügen ein. und bestand in Abschwächung der Fusion, sowohl für Convergcnz als Divergenz und Raddrehung. So- wohl die Innen- wie die Aussenwendung werden erheblich verlangsamt. Dazu kommen vollständig ataktische Bewegungen. Die W irkung ging so rasch vorüber, dass schon bei schnelle]- W iederhoiung der Einstellun- gen die Werth e stetig wuchsen und auch bald wieder die Norm erreichten. Nach höchstens 6—7 Einathmungen wurden sowohl die Schnelligkeit der Bewegung, wie die Fusionspotenzen erheblich geschwächt — dabei handelt es sich hier um Dosen, welche an anderen .Muskeln irgend welche nachweisbare Lähmungserscheinungen nicht herbeiführen. Diese Störungen der gemeinscha fl liehen Augenbewegungen waren ganz unabhängig von den Allgemeinerscheinungen. Schwindel und Be- täubungsgefühl waren nach wenigen freien Athemzügen beseitigt, während1 die I usionsstörungen noch anhielten. Das Convergenzv ermögeu war durch ( hloroform stärker als die Divergenz geschädigt. Von den ein- zelnen Muskeln litten nach der Methode der Schnelligkeitsmessung5) am meisten die Jnterni. Hierdurch allein konnte jedoch die Schwächung des Convergenzvermögens nicht erklärt werden, da es sich um keine Insullicienz im klinischen Sinne handelte, und dieselbe weder durch dass (ab (Maddox) noch durch Brisma nachweisbar war. Es musste vielmehr eine Störung der centralen Innervation angenommen werden. In der ( hloroform-Narkose kommt häulia Nvstagmus am Ende «les Kxcitationsstacliums, selten während der weiteren Wirkung vor. Es ■ 1 l‘:ssl s'ch auch gelegentlich an dies seitliche Augenzittern ein epi- leptilorinos Zittern an. Durch Final Innung von Bromäthvl soll dieses nvmptom me entstehen. 0l,n/v. °in S(,|tcncs y°rk#‘mniss muss es bezeichnet werden, wenn ‘ (l 1 'ns< ; 1,111 hi folge längerer Einathmung von kleinen ( hloro- f!e.r.cier’ Brit- mcd- Jonrn. 1877. No. 845. — Warner, tbid. -) roh lieh. Klin. Monatsbl. f. Augenhöhle. 1900. S. 383. ■>) v. Graefe, Aroh. f. Ophtbalin. Bd. VIII. Abtli. 2. S 343 Arch f ;iUpnrJC Aco1'- f- geS‘ Ph-ys- Bd* 77 u- - Koväcs u. Kertesz, A,ch-/• o*. Pathol. 1881. Bd. XVI. S. 81. 5) Guillery, i. c. Bd. 73.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21719743_0001_0053.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


