Volume 1
Die Wirkungen von Arzneimitteln und Giften auf das Auge : Handbuch für die gesammte ärztliche Praxis / von L. Lewin und H. Guillery.
- Lewin L. (Louis), 1850-1929.
- Date:
- 1905
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Credit: Die Wirkungen von Arzneimitteln und Giften auf das Auge : Handbuch für die gesammte ärztliche Praxis / von L. Lewin und H. Guillery. Source: Wellcome Collection.
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![hJindung ein. Die Sehschärfe war nur quantitativ. Es bestand eine Milzschwellung. Es wurde ferner am Auge festgestellt: Lidschwellung, Oedem der Conjunctiva bulbi und hintere Synechien. Der in der Lidspalte frei liegende Conjunctivalwulst überragte bald die Lidränder. Dazu kam eine graue Infiltration der vorderen Linsenkapsel. Verordnet wurden: Atropin, Blutegel, Morphium etc. Nach 36 Stunden seit der Erblindung steigerte sich die eitrige Chorioi- ditis weiter zur Panophthalmitis. Die Sehschärfe war — 0. Spontane Perforation der Sclera trat ein zwischen Rectus internus- und Rectus superior-Insertion mit Entleerung von Eiter. Chinin liess das hartnäckig mit morgendlichen Remissionen auftretende Fieber weichen, das bei Ausschluss aller typhösen Symptome wohl eine modificirte Inter- nuttens-Form darstellte O- Auch eine metastatische Chorioiditis ohne Eiterung wird erwähnt1 2). 5. Die Hornhaut. Die mehrfach beschriebene Keratitis dendritica dürfte identisch sein mit dem Herpes febrilis corneae, wie er sich auch bei anderen fieberhaften Krankheiten, insbesondere der Influenza findet. Derselbe kann nicht als eine Eigentümlichkeit der Malaria angesehen werden. In einzelnen Malariagegenden scheint er allerdings besonders häufig vor- zukommen. So wurde diese Krankheit während der Jahre 1880—89 von einem Beobachter 120 Mal gesehen. Die Kranken waren meist zwischen 20—50, nur fünf unter fünf Jahren. Die wenigsten Fälle traten auf in der Zeit von December bis Februar. Nur fünf waren doppelseitig. In 25 pCt. war früher schon eine ähnliche Augenerkrankung mit einleitendem Fieber vorhanden gewesen. Die Affection zeigt, sich als schmales, oberflächliches, mit seitlichen Ausläufern versehenes Ulcus, daneben ein umfangreicher Epithelverlust, wahrscheinlich in Folge von geplatzten Bläschen. Oder es entwickelt sich eine kleine Erosion am peripheren, meist temporalen Hornhaut- rande. Von hier dringt der Substanzverlust nach der Mitte vor. Die Kranken klagen über Lichtscheu, Thränen, Fremdkörpergefühl, Supra- orbitalneuralgie. Im Beginn sah man auch kleine, graue, perlschnurartig geordnete Erhebungen, am nächsten Tage statt derselben eine schmale Furche mit trübem Grunde und graulichen zerfetzten Rändern, den im Zerfall begriffenen Epithelien. Darauf entwickeln sich die Seitenäste in ähnlicher Weise. Die Furchen können sich allmählich verlängern, selbst durch die ganze Hornhautfläche, ohne wesentlich breiter oder tiefe]’ zu werden, oder es kommt zu ausgedehnteren Infiltrationen nach der Tiefe und streifigen Trübungen in der Umgebung. In mehreren Fällen ent- stand eine umfangreiche Abrasion der Hornhaut. Die Hornhautempfind- lichkeit ist herabgesetzt, auch an den nicht befallenen Theilcn, was noch nach der Wiederherstellung bis zu einem Jahre andauern kann. Die Spannung war normal. Der Verlauf kann sich über einige Wochen bis zu mehreren Monaten erstrecken. 1) Landsberg, Centralbl. f. prakt. Augenheilk. 1880. Nov. S. 344.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21719743_0001_0833.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


