Volume 1
Die Wirkungen von Arzneimitteln und Giften auf das Auge : Handbuch für die gesammte ärztliche Praxis / von L. Lewin und H. Guillery.
- Lewin L. (Louis), 1850-1929.
- Date:
- 1905
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Credit: Die Wirkungen von Arzneimitteln und Giften auf das Auge : Handbuch für die gesammte ärztliche Praxis / von L. Lewin und H. Guillery. Source: Wellcome Collection.
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![Aocommodationsstörimg kann anfangs die Fieberanfälle begleiten, später selbständig auftreten. So bestand bei einem 18jährigen Mädchen, das seit einiger Zeit jeden Abend um acht Uhr einen Anfall von kaltem Fieber bekam, rechts oin Accommodationsdefect von y24 A. bei mässig erweiterter Pu- pille. Die Sehschwache des rechten Auges sollte während der Anfälle vermehrt sein, • und es ergab sich, dass alsdann die Pupille stärker er- weitert war, und der Defect Vio -A- betrug. Durch Chinin schwanden das Fieber und die Erscheinungen am Auge. Es trat später Intermittens wieder auf, aber ohne Sehschwäche. Nach einige]- Zeit stellte sich diese allein wieder ein und verlor sich abermals auf Chinin1). An den äusseren Muskeln sind sowohl totale Ophthalmoplegien, wie Lähmungen einzelner Aeste und verschiedene Combinationen beob- achtet worden, z. B. der Rectus externus und inferior2) oder mit den Anfällen sich einstellende Oculomotoriuslähmung3). Verschiedentlich wird Doppeltsehen angegeben ohne nähere Erläuterung. Auch Blepharospasmus soll auf dem Boden von Malaria entstehen können4). In dem folgenden Falle erscheint die Aetiologie nicht ganz zweifellos. Eine achtjährige Predigerstochter aus einer Fiebergegend hatte links Strabismus convergeus, welcher nur beim Nahesehen auftrat. Unter der deckenden Hand wichen beide Augen gleich mässig nach innen ab. Dabei bestand eine manifeste Hypermetropie '/27- Mit diesem Glase erschien die Abweichung nur bei stärkerer Accommodation. Nach Angabe der Mutter trat das Schielen abwechselnd einen Tag um den anderen auf. Beginn des Leidens vor vier Jahren; seit zwei Jahren bestand der zweitägige Typus. Vor einem Jahre hatte das Kind Intermittens mit zweitägigem Typus. Während dieser Erkrankung wurde nicht geschielt. Dieselbe wurde durch Chinin geheilt. Vor einem halben Jahre wurde auch gegen das Schielen Chinin gegeben, worauf dasselbe täglich auftrat. Die Untersuchung bestätigte jetzt das zweitägige Auftreten. An dem freien Tage stellte sich nur bei verdecktem Auge und Fixation des anderen eine Ablenkung nach innen ein. Sehschärfe, Refraction und Accommodation blieben unverändert. Nachdem am Abend des freien Tages Chinin gegeben worden war* verhielt sich der folgende wie ein schieifreier. Nach Wieder- holung trat aber tägliches Schielen auf. Die Beseitigung desselben erfolgte durch eine Brille -j- 1/14, welche die absolute Hypermetropie corrigirte. Später trat eine Intermittens quotidiana auf5). Das Schielen wird hier nicht als larvirte Intermittens, sondern als die Folge einer allgemeinen Indisposition aufgefasst, deren Ursache Inter- mittens war. Eine 43 Jahre alte Frau hatte Intermittens tertiana und bekam im Ganzen vier typische Anfälle. In den nächsten Tagen zeigten sich noch heftige Kopf- schmerzen. Sechs Tage nach dem letzten Anfalle trat Doppeltsehen auf, be- sonders beim Blicke nach links. Nach 14 Tagen fand die erste Untersuchung statt. 1) Mannhardt, Klin. Monatsbl. f. Augenheilkunde. 1865. S. 18. 2) van Mi Hingen, 1. c. 3) Kljatschkin, Neurologisches Centralbl. 1897. No. 5. 4) Lass, Verhandl. der physikal.-med. Gesellsch. in Saratow. 1899. Heft 4. — Gutfeld, 1. c. 5) Mannhardt, L, c.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21719743_0001_0837.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


