Ein retroperitoneales Teratom bei einem zweijährigen Knaben ... / vorgelegt von Gottfried Schönholzer.
- Schönholzer, Gottfried.
- Date:
- 1906
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Credit: Ein retroperitoneales Teratom bei einem zweijährigen Knaben ... / vorgelegt von Gottfried Schönholzer. Source: Wellcome Collection.
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![Sektion des Tumors. Dieselbe geschah etappenweise, wobei darauf geachtet wurde, daß durch die Schnittführung einerseits immer eine gute Orientierung resultierte, anderer¬ seits aber wesentliche Bestandteile und Stücke zur mikroskopischen Unter¬ suchung geschont oder präpariert wurden. Die zur mikroskopischen Untersuchung bestimmten Stücke wurden tüchtig ausgewaschen, in aufsteigendem Alkohol gehärtet und in Paraffin geschnitten. Die Färbung wurde zumeist mit Hämatoxylin-Eosin vorgenommen. Die große schwarze Cyste T2 wird zuerst in großer Ausdehnung er¬ öffnet. Ihre Innenfläche ist mit schwarzem Pigment ausgekleidet. Die Basis der Cyste, mit der sie am großen Tumor aufsitzt, ist breit und zeigt un¬ gefähr in der Mitte eine etwa rappenstückgroße, runde Öffnung, durch welche die Cyste mit einer größeren darunter liegenden Cyste (T ,) in offener Ver¬ bindung steht. Durch das Loch ragen eigentümliche, weich sich anfühlende Prominenzen in das Lumen der Cyste, die außerordentlich an das Bild eines vorgefallenen Darmes erinnern. Indessen läßt sich weder eine Schlinge noch etwas Ähnliches vorziehen. Cysteninhalt fehlt. Die Wandung der Cyste setzt sich zusammen, von innen nach außen, aus: 1. Dünner, nur noch stellenweise erhaltener, schleimiger Belag vom Aussehen einer gequollenen Schleimhaut. 2. Dünne, aber gut zusammenhängende, dunkelbraunes Pigment haltende Schichte, mit anscheinend feinem, retikulärem Gerippe. Die - Pigmentschicht läßt sich leicht in dünner Lamelle abziehen und enthält keine makroskopisch wahrnehmbaren Gefäße. 3. Dicke, ca. 2 3 mm haltende, etwas heller braun pigmentierte Schicht, die im Schnitt schon makroskopisch zahlreiche Gefäßlumina und auf der Fläche eine zahlreich verästelte Gefäßanordnung zeigt. Die größeren Gefäße lassen sich sogar durch einfaches Zerzupfen mit der Pinzette isolieren. Durch den Sektionsschnitt wurden der Gesamttumor und die eben be¬ sprochene schwarze Cyste T., gerade so getroffen, daß der Übergang von Cystenwand in Tumorwand schön zur Darstellung kommt. Dabei zeigt sich, daß die Wand der schwarzen Cyste im Gegensatz zur Wand der Hauptcyste, wenig mächtig ist, und daß die anatomischen resp. histologischen Grenzen beider Cystenwandungen genau festzustel] n sind. Xur die zähe, straffe äußerste Schicht der Cystenwand steht in erbindung mit der äußersten Wandschicht des Tumors und es läßt sich leicht durch Präparation fest¬ stellen, daß diese äußerste Schicht für beide Tumorteile identisch ist, iden¬ tisch ist mit dem Tumorüberzug, den wir als Peritonealüberzug, vorderes Mesocolonblatt, erkannten. Die Scheidewand zwischen Hauptcyste (Tumor¬ hauptteil) und der besprochenen schwarzen Cyste besteht aus den Kom¬ ponenten beider Cystenwandungen mit Ausnahme des Peritonealüberzuges, der über die Übergangsstelle hinwegzieht. Die so entstehenden Interstitiell zwischen Cystenlamelle, Tumorlamelle und Überzug sind von lockerem Binde¬ gewebe ausgefüllt, das zahlreiche große Gefäße enthält. Es ist bemerkenswert, daß diese Zwischenwand, die ja den erwähnten runden Bildungsdefekt ent¬ hält, eine eigenartig harte Konsistenz zeigt, die lebhaft an eine Knorpel¬ einlage denken läßt. Beim Durchschnitt sieht man in der lat im Gewebe schon makroskopisch hellere, glänzende Partieen, die sich als kleine Knorpel¬ spangen ansprechen lassen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30609719_0011.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


