Anatomisch-physiologische Untersuchungen über die Retina des Menschen und der Wirbelthiere / von Heinrich Müller.
- Müller, Heinrich, 1820-1864.
- Date:
- 1856
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Credit: Anatomisch-physiologische Untersuchungen über die Retina des Menschen und der Wirbelthiere / von Heinrich Müller. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![so würden Uebergangsslufen in der Dicke ausreichen, um den Unter, schied zu verwischen. Es scheinen mir jedoch zur definitiven Entschei- dung dieser für die physiologische Bedeutung der Stäbchen und Zapfen wichtigen Frage noch ausgedehntere Untersuchungen abzuwarten zu sein. Hannover hat bereits angegeben, dass man bisweilen, wiewohl selten, zwei farbige Tropfen an einem Zapfen sieht, und glaubt, dass dies eigentlich das normale Verhalten und somit die Zapfen alle Zwil- linge seien. Ich habe ebenfalls grössere Zapfen mit zwei gelbeu Kügel- I chen und zwei Spitzen gesehen, während am Zapfenkörper höchstens von ( aussen her eine Spaltung angedeutet war. Die eine Seitenhälfte aber < schien öfters wie verkümmert zu sein, und was das Mengenverhältniss i betrifft, so zweifle ich nicht, dass bei Vögeln, namentlich der Taube, i die einfache Form der Zapfen so überwiegt, dass man die Zwillinge ; fast als Ausnahmen betrachten kann. Ich will dabei nachträglich be- merken, dass ich beim Frosch keine Zwillinge unter den Zapfen be- merkt habe. 2. Körnerschicht. Am innern Ende der Stäbchenschicht findet sich auch bei deul Vögeln, so viel ich bis jetzt weiss, allgemein eine Grenze, welche an 1 senkrechten Schnitten schon in frischem Zustand ziemlich markirt ist, ] an erhärteten Präparaten aber als eine dunkle Linie sehr hervortritt. Im letzten Fall ist auch an isolirten Elementen die entsprechende Stelle leicht bemerklich, und zwar häufig durch einen kleinen Vorsprung be- [ zeichnet, welcher besonders an stärkern Zapfen ausgeprägt ist, an [ fadenartigen Elementen aber nur ein ganz kleines Knötchen bildet. $ Diese Vorsprünge werden zwar, wie ich bereits früher bemerkte, < hauptsächlich dadurch gebildet, dass die umliegenden Partien etwas einschrumpfen, während an jener Linie die neben einander gelegenen \ Theile fester an einander haften. Indess ist die Linie, da sie überall | mit geringen Modificationen vorkommt, ein gutes Merkmal zur Be- , Stimmung der innern Grenze der Stäbchenschicht. So muss nun auch , hier bei den Vögeln das, was einwärts von der Linie liegt, der Pol- , genden Schicht, der Körnerschicht zugezählt werden, wenn auch die ' j, Elemente mit denen der Stäbchenschicht in der innigsten Verbindung , stehen und von den analogen Elementen bei anderen Thiercn theil- weise abweichen. a) Die äussere Körnerschicht besteht aus länglichen, theils myrthenblattförmigen, theils lancettförmigen, blassen Körperchen, welche mit ihrem längern Durchmesser senkrecht auf der Fläche der Retina stehen und an einem oder an beiden Enden eine fadige Fortsetzung haben. Dieselben sind so in einander geschoben, dass fadige und bau- chige Theile alternirend liegen. Dadurch entsteht meist ziemlich deutlich](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22285088_0048.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)