Die Trichinenkrankheit im Spiegel der Hettstädter Epidemie betrachtet / von B. Rupprecht.
- Rupprecht, Bernhard, 1815-
- Date:
- 1864
Licence: Public Domain Mark
Credit: Die Trichinenkrankheit im Spiegel der Hettstädter Epidemie betrachtet / von B. Rupprecht. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by The Royal College of Surgeons of England. The original may be consulted at The Royal College of Surgeons of England.
64/174 page 60
No text description is available for this image
No text description is available for this image
No text description is available for this image![(>0 und vollstHiidig- abzulmüen. ?nilzliiidiiiig der Primitiv- biindel des Herzens kann also nicht die Ursache der Irritationsein; sie würde sonst erst in der vierten Woclie ihren Höhepunkt erreiclien und g-ewiss ominöse]* sein müssen. Möglich, dass sich die Eindringlinge aus den Herzfasern, als aus einem zu coupirten Terrain, nach kurzem Aufenthalt Avieder zurückziehen. Daher mag es auch kommen, dass man Trichinen so selten im Pierzen antrifft und dass die Irritation so schnell und leicht vor- übergeht. Colberg und ich haben niemals in nnsern Herzpräparaten Tricliinen aufgefunden. In zwei Pkillen beobachtete ich, zu Anfang der A’ierten Woche, plötzlich pericarditische Reibung und demnächst, sehr umfangreiches, anämisches, übrigens gefahrlos ver- laufendes Anasarka. Wahrscheinlich hatte sich hier, in P^'olge starker Einwanderung in das ZAverchfall, collate- rales Oedem des Herzbeutels entwickelt. Ich habe eben von Trichinen gesprochen, die .sich in das Ilerz verirrt hätten. Die Sarcolemmaschläiiche der rothen, quergestreiften, willkürlichen Muskeln, sind die Pleimatli und der Weide- platz der Muskeltrichinen; das Zwischenmuskelgewebe, die Strasse, auf welcher sie Avandern. L^ie Fasern des Herzmuskels sind zwar auch quergestreift; es sind die- selben aber, Avie in allen uiiAvillkürlichen Muskeln, Aiel- fach mit einander verflochten und netzartig unter ein- ander A*erstrickt und A-erfilzt. Da nun die eigenthümliche Muskelsubstanz, das Kreatin, nach G. Siegmund, auch in den glatten Muskeln vorkoramt, so Avird es nicht die Nahrung sein, welche die Trichinen nach den Avillkürliclien Muskeln lockt; es scheint vielmehr, dass die Armuth an Bindegewebe, AA^elche den unwillkürlichen, also ausser dem Herzen, allen glatten, spiudelfö] inigen Zellcnmuskeln](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22343039_0066.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)