Der Jerusalemische Talmud : in seinen haggadischen Bestandtheilen / zum ersten Male in's Deutsche übertragen von A. Wünsche.
- Date:
- 1880
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Credit: Der Jerusalemische Talmud : in seinen haggadischen Bestandtheilen / zum ersten Male in's Deutsche übertragen von A. Wünsche. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![ihm seinen vollen Lohn in jener Welt zu geben. Sind jedoch bei Jemand die Sünden grösser und die Verdienste geringer, 80 werden ihm die geringen guten Werke in dieser Welt belohnt, um ihn der vollen Strafe in jeuer Welt preiszugeben. Wer aber das Joch zerbricht, den Bund abschüttelt und das Angesicht im Gesetz aufdeckt (indem er sagt, dasselbe stamme nicht vom Himmel), der wird in dieser Welt bestraft, er mag noch so viele gute Werke gethan haben, das Kapital jedoch verbleibt ihm für jene Welt. [Fol. 4 b.] Wegen Götzendienst und Ehebruch sind Rabbi Jona und Rabbi Jose verschiedener Meinung, ob sie unter die leichten oder unter die schweren Sünden zu zählen seien. Wir dagegen behaupten, dass vor den Bussfertigen keine Sünde be- steht, sondern nur vor den Unbussfertigen. [Fol. 4b.] Zu den (Mischna Sanhedr. X, 1) erwähnten Personen, welche keinen Theil an der zukünftigen Welt haben, sind noch folgende hinzugerechnet worden: 1) Derjenige, welcher das Joch zerbricht, den Bund abschüttelt und das Angesicht im Gesetz aufdeckt, oder, da dieser schon in der angeführten Mischna genannt ist, der, welcher die Worte des Gesetzes öffent- lieh Übertritt, wie Jehojakim, König von Juda und seine Zeit- genossen. [Fol. 4b.] Wer viele Verdienste besitzt, ererbt das Paradies, wer sich viele Uebertretungen hat zu Schulden kommen lassen, ererbt die Hölle*). Wie steht es aber, wenn beide gleich sind? Rabbi Jose ben Chanina weist hin auf Ex. 34, 7, aus welcher Stelle hervorgeht, dass Gott einen Theil von den Sünden weg- nimmt und dadurch den Ausschlag der Verdienste bewirkt. Rabbi Elieser dagegen beruft sich auf Ps. 6^, 13, welche Stelle sagen will: Wer nichts hat, dem gibst du von dem, was du hast. Ebenso erklärt er Ex. 34, 6: Gott bewirkt, dass die Wage sich gegen die Güte neigt. Rabbi Jeremja erzählt: Rabbi Samuel bar Rab Jizehak habe wegen Prov. 13, 6. 21 und 3, 34, ferner wegen 1 Sam. 2, 9 und Prov. 3, 35 die](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30095827_0067.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)