Der Jerusalemische Talmud : in seinen haggadischen Bestandtheilen / zum ersten Male in's Deutsche übertragen von A. Wünsche.
- Date:
- 1880
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Credit: Der Jerusalemische Talmud : in seinen haggadischen Bestandtheilen / zum ersten Male in's Deutsche übertragen von A. Wünsche. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![[Fol. 30 a.] Kabbi Chanina bar Papa vertheilte Almosen bei Nacht. Einst begegnete ihm der Fürst der bösen Geister und sprach zu ihm: Sind wir nicht belehrt worden Deut. 19, 34 : Du sollst die Grenze deines Genossen nicht verrücken? Er ant- wertete: Es heisst aber auch Prov. 21, 14: Eine Gabe im Ver- borgenen bezwingt den Zorn. Als er das hörte, Hess er ab von ihm und floh. [Pol. 30a.] Kabbi Jona sagt: Es heisst Ps. 41, 1 nicht: Heil dem, welcher dem Armen gibt, sondern: Heil dem, welcher klüglich mit dem Armen verfährt d. h. man muss bei der Be- obachtung dieses Gebotes daran denken, wie man es klüglich ausführe. So machte es Rabbi Jona. Wenn er Jemand von guter Herkunft sah, der in seinem Vermögen herabgekommen war, zu dem sprach er (indem er ihm Geld gab, um ihn nicht zu beschämen): Weil ich gehört habe, es sei dir von einem fremden Ort eine Erbschaft zugefallen, so nimm dies, du kannst es mir später wieder bezahlen. Hatte er es genommen, so sprach er: Ich habe es dir geschenkt. [Fol. 30 a.] Nechemja, ein Mann von Schichin, traf einen Mann von Jerusalem, welcher ihn um ein Almosen ansprach und zwar um eine Henne. Er sprach zu ihm: Du hast so viel Geld, dass du Fleisch kaufen kannst. Er kaufte Fleisch und starb. Da rief Nechemja aus: Kommt und beklagt den, welcher von Nechemja getödtet worden ist! [Pol. 30 a.] Nachum Isch Gamsu brachte ein Geschenk in das Haus seines Schwagers. Da begegnete ihm Einer, welcher mit Beulen geschlagen war und bat ihn um ein Almosen von dem, was er bei sich habe. Er antwortete, wenn ich zurück- komme, will ich dir geben. Als er zurückkam, fand er ihn todt. Da sprach er vor ihm: Die Augen, die dich gesehen und nichts gegeben haben, sollen erblinden, die Hände, die sich nicht ausgestreckt haben, dir zu geben, sollen erlahmen, und die Füsse, die nicht gelaufen sind, dir zu geben, sollen zerbrechen. Und so geschah es auch. Als Rabbi Akiba zu ihm kam, sprach er: Wehe mir, dass ich dich also sehe! Er antwortete: Wehe mir, dass ich dich nicht also sehe! Was fluchst du mir, sprach](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30095827_0072.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)