Der Jerusalemische Talmud : in seinen haggadischen Bestandtheilen / zum ersten Male in's Deutsche übertragen von A. Wünsche.
- Date:
- 1880
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Credit: Der Jerusalemische Talmud : in seinen haggadischen Bestandtheilen / zum ersten Male in's Deutsche übertragen von A. Wünsche. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Akiba. Jener antwortete: Warum fürchtest du dich vor Züchti- gungen ? [Fol. 30 a.] Kabbi Hosaja hielt sich für seinen Sohn einen Lehrer, welcher blind war und derselbe pflegte täglich mit ihm zu essen. Eines Abends kam er und sprach zu ihm: Mein Herr, zürne mir nicht, ich habe heute Gäste, so will ich deine Ehre nicht verächtlich machen, um mit dir zu essen. Jener antwortete: Du hast wohl den zufrieden gestellt, welcher gesehen wird und selbst nicht sieht; derjenige, welcher siehet und nicht gesehen wird, nehme deine Entschuldigung an (d. h. vergelte es dir). Kabbi Hosaja fragte ihn, woher er das habe, dass es etwas so Grosses sei, einem Blinden freundlich zu begegnen? Er ant- wertete: Von Rabbi Elieser bar Jizchak. Derselbe führte einen Blinden in sein Haus und setzte sich zu ihm. Da sagten die Leute: Wenn dieser ein grosser Mann wäre, würde sich Rabbi Elieser nicht zu ihm setzen und ihm alle Ehre anthun. Er fragte, warum man ihm so viel Ehre erweise und man sagte ihm, was Rabbi Elieser gethan habe. Da fing er an, folgendes Gebet für ihn zu sprechen: Du hast Liebe an dem gethan, welcher gesehen wird und nicht siehet, derjenige aber, welcher sieht und nicht gesehen wird, nehme deine Versöhnung an und vergelte dir die Liebe. [Fol. 30 b.] Rabbi Chama bar Chanina und Rabbi Hosaja ergingen sich im Versammlungshause zu Lud. Da sagte jener: Wie viel Geld haben meine Väter zu diesem Bau verwendet! Dieser dagegen antwortete: Wie viele Seelen haben deine Väter hier verschwendet, indem keine Leute da sind, die im Gesetz studiren (weil sie kein Geld und keine Zeit dazu haben).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30095827_0073.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)