Der Jerusalemische Talmud : in seinen haggadischen Bestandtheilen / zum ersten Male in's Deutsche übertragen von A. Wünsche.
- Date:
- 1880
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Credit: Der Jerusalemische Talmud : in seinen haggadischen Bestandtheilen / zum ersten Male in's Deutsche übertragen von A. Wünsche. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![gesetzt, aber sie wollte dieselbe nicht fressen. Die Leute meldeten es dem Rabbi und er fragte, ob die Gerste gut gereinigt sei. Ja, war die Antwort. Habt ihr sie vorschriftsmässig verzehntet? Nein! So thut es jetzt! Rabbi hat uns gelehrt, wenn man Früchte kauft, um sie als Samen zu gebrauchen, oder um sie den Thieren zu geben, oder um Mehl zu gewinnen, um Häute damit zu bestreuen oder um Oel daraus zu erhalten, das ent- weder zur Beleuchtung oder um Gefässe damit zu bestreichen dient, so braucht man den Zehnten nicht zu entrichten. Was sollen wir aber mit dieser Darbenden machen, gab Rabbi zur Antwort, die so streng auf sich hält? Entrichtet die vorge- schriebene Abgabe! Es geschah und die Eselin frass. [Fol. 3 b.] Zwei Arme gaben dem Rabbi Pinchas ben Jair zwei Mass Gerste zur Aufbewahrung. Er säte sie und gewann eine ergiebige Ernte. Als die beiden Armen wieder kamen, sprach er zu ihnen: Bringet Kamele und Esel und holt eure Gerste. Derselbe Rabbi kam an einen Ort, wo die Leute vor ihm klagten, dass die Mäuse ihr Getreide frässen. Er gewöhnte die Mäuse, auf seinen Ruf zu hören. Sie versammelten sich vor ihm und fingen an zu wispern. Versteht ihr, sprach der Rabbi zu den Leuten, was sie sprechen? Nein! war ihre Antwort. Sie sagen nämlich, dass ihr euer Getreide nicht verzehntet. Darauf sprachen die Leute: Wir sind dir verpflichtet, dass du uns auf bessere Wege gebracht hast. Seitdem richteten die Mäuse keinen Schaden mehr an. [Fol. 3 b.] Einmal war vom Könige der Araber eine Perle gefallen und von einer Maus verschlungen worden. Man berichtete es dem Rabbi Pinchas ben Jair. Bin ich denn ein Zauberer? sprach er zu den Leuten. Wir kommen, sagten diese, in Folge deines guten Rufes, denn was du beschliessest, wird auch durch göttlichen Beistand gefördert. Rabbi Pinchas sah eine Maus mit aufgeschwollenem Bauche und sprach: Die Perle befindet sich sicher in ihrem Inneren. Er gebrauchte seine gewöhnliche Formel und die Maus gab die Perle von sich. [Fol. 3 b.] Derselbe Rabbi kam nach einem andern Orte,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30095827_0075.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)