Archiv für Augen- und Ohrenheilkunde. I. Bd. 2. Abtheilung / herausgegeben in deutscher und englischer Sprache von H. Knapp und S. Moos.
- Date:
- 1870
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Credit: Archiv für Augen- und Ohrenheilkunde. I. Bd. 2. Abtheilung / herausgegeben in deutscher und englischer Sprache von H. Knapp und S. Moos. Source: Wellcome Collection.
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![körper nichts als eine inelir lamellös feinkörnige^ hier und da streitige Trübung. Ich stehe nicht aii; dieselbe sowohl einer chemischen Ein- wirkung; als auch dem Einflüsse der bei dem Einbringen des Eremdkörpers mechanisch mitgerissenen Luft zuzuschreiben und sic demnach als blosses Gerinnungsproduct anzusehen. Die Schwierigkeit der Unterscheidung zwischen letzterem und Bindegewebsfasern ist gross; ja in manchen Fälleip wenn beide zu- sammen Vorkommen; unmöglich; aber dennoch beweist hier der völlige Mangel an zelligen Elementen irgend welcher Art, der Umstand ferner, dass die sorgfältigste tägliche ophthalmoskopische Untersuchung niemals eine Trübung, wie sie wohl auf dem Höhe- punkt der Entzündung vorgekommen wäre, hat erkennen lassen, die Aehnlichkeit dieses Bildes ferner mit denjenigen, wehäie mir die Trühungen um Luftblasen ergaben, dass die in Rede stehen- den Trühungen als Gerinnungsproducte angesehen werden müssen. Obgleich zwar diese Versuche im Anschluss an die oben inh- getheilten Beobachtungen vollkommen beweisen, dass der Glas- körper auf Reize, die in jedem entzündungsfähigen Organe eine Eiterung oder die Bildnng einei' bindegewebigen Ka])sel hervor- rufen, nicht reagirt, d. h. dass er nicht die Ansammlung von lymphoiden Körperchen an der Stelle des stärksten Reizes, also in nnsereni Ealle um den Eremdkörper seihst veranlasst, so wollte ich doch nicht unterlassen, diese meine Ansicht durch andere Versuche, in denen stärkere Reizmittel angewandt, und in welchen die Beiührungsstelle derselben mit der Glaskörper-Elüssigkeit direct sowohl ophthalmoskojjisch, als aucli später mikroskopisch controliit werden konnte, zu erhärten. Aus dieser Idee ent- sprangen die Versuche, die ich mit den oben schon erwähnten, mit Crotonöl oder arg. nitr. gefüllten Lymphröhrchen anstellte. Die direct nach der Einführung solcher Reize eintretenden ophthalmoskopische]! Verändernngen waren im Allgemeinen sehr unwesentliche. War das Röhrchen an seinem oberen Ende zuge- stoplt und nicht ganz mit Crotonöl gefüllt, so markirte sich die in demselben gewöhnlich noch vorhandene Luftsäule durch ihre dunklen Conturen mit einem helleren Streifen in der Mitte. Die Resorption derselben erfolgte rasch, und zwar oft schon nach 12, meistens 24 Stunden. Schon während der Beobachtuug dieses Vorganges konnte man in der Mehrzahl der Eälle, auch wenn das Röhrchen ganz frei im Glaskörper lag, eine von dem Wundkanal ausgehende und sich allinälig nach der Richtung des corpus](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22449838_0034.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


