Archiv für Augen- und Ohrenheilkunde. I. Bd. 2. Abtheilung / herausgegeben in deutscher und englischer Sprache von H. Knapp und S. Moos.
- Date:
- 1870
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Credit: Archiv für Augen- und Ohrenheilkunde. I. Bd. 2. Abtheilung / herausgegeben in deutscher und englischer Sprache von H. Knapp und S. Moos. Source: Wellcome Collection.
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![zündiiiig mit Ausgang iu Eiterung, oder derselbe wird durch eine bindegewebige Wuclieruiig abgekapselt. Die Mächtigkeit des lleizes spielt hierbei natürlich eine grosse Kolle; aber selbst auf den geringen Reiz, den geronnenes Hühnereierweiss unter die Haut gebracht, ausübt, antwortet das umgebende Gewebe durch die Bildung einer, wenn auch sehr dünnen Bindegewebskapsel. Würde es daher gelingen, durch einen inmitten des Glas- körpers gelegenen Fremdkörper eine entzündliche Reaction, sei es nun eine Eiterung oder die Bildung einer bindegewebigen Kapsel, die in keinem nachweisbaren Zusammenhang mit den umgebenden Membranen steht, zu erzeugen, so wäre hierdurch die Eutzündungs- fähigkeit desselben bewiesen. r)riugt dagegen der Eremdkörper keine irgendwie nachweisbare Veränderung zu Stande, so wird man auch eine selbstständige Phitzündungsfähigkeit völlig aus- schliessen müssen. Letzteres negatives Resultat würde ungleich beweisender sein, als das entgegengesetzte, da man gegen dieses vielleicht immer noch den Eiiiwand erheben könnte, dass die Eiterkörperchen längs des Wundkanals aus den gefässhaltigen Ihirtieu dahin ausgewaudert seien. 1 letzterer Umstand ist es gerade, welcher die Untei’suchung auf ex]>erimentellem Wege so sehr erschwert und gar leicht die Duelle zu den verschiedensten d’äuschungen abgibt. Könnte man einen Eremdkörpei- oder einen sonstigen R(dz inmitten des Glas- körpers ohne jegliche Verletzung der umhüllenden Membranen hineinbringen, so wäre die Lösung der Frage alsbald entschieden; doch da uns dieses nicht zu Gebote steht, so müssen wir vor Allem zu eri’eichen suchen, dass erstens der Eremdkör])cr frei in- mitten des Glaskör])ers liegt, und zweitens eine möglichst geringe Verletzung der umhülleuden Membranen bei gleichzeitig starker Reizung des Glaskörpers zu Stande kommt. Donders suchte auf eine sehr sinnreiche Weise dies dadurch zu erreichen, dass er einen Gummifaden durcli’s Auge zog, an- spaunte und dann zu gleicher Zeit au beiden Seiten abschnitt, so dass der dazwischen liegende Theil im Glasköi])er selbst zu- sammenschuurrte. In Zehender’s klinischen Monatsblättern 1864 pag. 323 findet sich die Angabe, dass um Sf)lche Körper sich eine umschriebene Eiterung ohne Zusammenhang mit den umgebenden Mendjranen bildet. Leider sind weitere Mittheiluugen in Betreff dieses Punktes, speciell die Sectionsbefuude, nicht erschienen. Die Methode, deren ich mich bediente, war folgende; Eine äusserst scharfe, feine Canüle einer Pravaz’schen Spritze wurde](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22449838_0010.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


