Beiträge zur Kenntnis der assyrisch-babylonischen Medizin : Texte / mit Umschrift, Übersetzung und Kommentar von Friedrich Küchler.
- Date:
- 1904
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Credit: Beiträge zur Kenntnis der assyrisch-babylonischen Medizin : Texte / mit Umschrift, Übersetzung und Kommentar von Friedrich Küchler. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Z. 23. tii-la-bak wird zu lesen sein nach VR 45, V, 2. II R 48, 30e. f; an letzterer Stelle hat labahi das Ideogramm A mit der Lesung dii-ur und steht mit a-za-al (assyrisch?) und narabn zusammen. Da die Bedeutung beider Worte ganz unsicher ist, lässt sich aus dieser Stelle für die von labaku nichts schliessen. Stünde K 71b etc., I, 14 {ina mi kasuti tnlabak) nicht im Wege, so würde syr. auf eine Bedeutung „nehmen“ weisen können; nach dieser Stelle und nach dem Ideogramm A (s. o.) scheint mir aber eine Bedeutung „benetzen, begiessen“ o. ä. nahezuliegen. Zu beachten ist hierbei, dass in II R 1. c. im nächsten Fach (Z. 33) rainäkn = sich waschen folgt und dass die oben erwähnten Wörter azal und narabn als Ideogramm NI, auch = „Öl“, haben. Danach darf man vielleicht vermuten, dass labäkn ursprünglich bedeutet „flüssig sein wie Wasser“, narabn aber „flüssig sein wie Öl“. (J.) Für AW schienen lange nuroder snbätn als Lesung in Betracht zu kommen. Trotz- dem wird keine von ihnen zutreffen; wenn man schon dadurch stutzig gemacht wird, dass die Benetzung des Kleides des Kranken völlig zwecklos erscheint, und iern&Y SI.DI=hitihinc (s. u.) für diese Benetzung eine höchst auffällige Bezeichnung wäre, so weisen die beiden gleich- lautenden Stellen Z. 27 und K7ib etc., IV, 48 (Al/ina KU-sn issanahnr) auf etwas ganz anderes hin. Bisher nahm ich, um mit KU — Inbnsu auszukommen, an, IM habe an diesen beiden Stellen die nur S<^ 287 belegte Lesung = , Leib“. Das ist aber wenig wahrscheinlich; die gewöhnliche Lesung särn = „Wind“ wird bei weitem den Vorzug verdienen und im Sinne von „Blähung“ zu verstehen sein. Für KU kommt man dadurch auf eine Bedeutung „Unter- leib, Eingeweide“ oder vielleicht besser , Gesäss -]- After“, letzteres wegen der Gleichung KU = asäbn = d\X.7.&\\. Dann passt auchsehr gut: ina pi-hi KU-sn tiisühr heisst dann: du sollst (die Arzenei) in den Mund und in den .After leiten, a>ia KU-sn tasapak: . . . auf das Gesäss (.^) giessen (vielleicht wegen einer vorher erfolgten Verunreinigung), IM ina KU-sn issanahnr 1. c.: ein Wind in seinem After (oder Gesäss) umherfährt, was gerade zu der dort vor- hergehenden Beschreibung ausgezeichnet passt und auch zu dem dort folgenden libbi-sn iptn^vd stimmt. Subjekt in diesem letzten Satz wäre dann ebenfalls särn, undpitn könnte, wie gewöhn- lich, mit „öffnen“ übersetzt werden. (J.) Einer freundlichen Mitteilung Herrn Professor Bezold’s an Herrn Professor Jensen entnehme ich, dass ersterer schon vor etlichen Jahren für KU die Bedeutung „Anus“ mit eventueller Lesung snbtn erschlossen hat und zwar aus 82 — 5—22, 174; soviel ich freilich zu erkennen vermag, kann man aus diesem Texte keinerlei Bedeutung für KU ermitteln, da die Lesung und Deutung der auf KU zunächst folgenden Zeichen höchst unsicher ist. Bezold will sie wohl phonetisch lesen: pi-ta-tan und das von pitn herleiten. Ob das grammatisch möglich ist? Wie KU zu lesen ist, ist mit Sicherheit nicht zu sagen. Wegen der schon erwähnten Gleichung KU = asäbn und in Ansehung der Stelle NE I, III, 48 (KB VI, i, S. 124) kann man aber eine Lesung nsbn als wahr- scheinlich bezeichnen. (J.) Sehr häufig findet sich in unseren Texten das Ideogramm SIDI, z. B. ZZ. 30. 31. 32. K 71b etc., I, 13. 54. An einer Stelle (K 61 etc., IV, 27) findet sich nach AI.DI das pho- netische Komplement {-am), wodurch dort auf Grund von IIR44, 8c. d die Lesung nskanimam, „er wird verstummen“ (siehe Jen.SEN in Anm. zu KB VI, i, S. 36, Z. 27) gesichert sein dürfte. Für K 61 etc.,. IV, 27 passt dies auch sehr gut, denn es hiesse da; d&r ahhazn (Fieberdämon) seines Inneren wird verstummen; ich würde die Lesung nskanimam (er, der Kranke wird verstummen) auch für die vorliegende Stelle vorschlagen können, wenn dem nicht der ganze Zusammenhang und Stellen wie Z. 30: ina pi-sn n KU-sn SIDI, verglichen mit Sp. II, 16 u. a. -St.: ana KU-sn tasapak \ im Wege ständen. Aus ihnen ergiebt sich mit grosser Wahr- scheinlichkeit, dass SI.DI eine ähnliche Bedeutung wie sapakn haben muss. Berücksichtigt](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24873147_0090.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)