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Credit: Lehrbuch der Hautkrankheiten / von Isidor Neumann. Source: Wellcome Collection.
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![Proiirumalexantlieiue. blutige Defilcatioiieil, .las friihzoi tige A uftroteii der Menstruiitioii, von Me- tvürrliiigien und endlich von Abortus. Ei weiss im Harne erscheint auch bei leichteren Blatternlormen, denen ein liainüi-rliagisches Prodronialexanthem au der Baucliwand vorangeht, u. zw. gewöhnlich zwischen dem 4.-7. Krankheitstagc (unter 1148 Fällen l'21mal); bei Purpura variohisa ist dasselbe cuiistant nachzuweisen, auch wenn der Ham nicht blutig ist; ebenso bei schweren, nicht iulmorrhagischen Blatternformen. Aehnliche Beobachtungen sind bereits bei Cartaz, AbeiUc, Trougsean und Scheby-Biick verzeichnet. Ich will hier auf das Coincidiren des Eiweisses im Harn mit hämorrhagischen Prodromal- esanthenien an der Bauchwand besonders hingewiesen haben. Stadium eniptiouis: Die febrilen Erscheinimgen lassen mit dem Auftreten der Eruption nach, die Kranken fühlen sich wohler; nur in bös- artigen Fällen hält die Vehemenz des Fiebers aucli während des ganzen Eruptiousstadiums au. Es treten am 4. Tage der Erkrankung, namentlich bei intensiver Blatternerkrankung, zuerst an der Stirne, in den umgebenden Hautpartien der Augen, den Nasenflügeln, der Oberlippe, später am Rücken, der Brust und den Extremitäten Bffloresceuzen auf; wenn jedoch wenig Blattern sich entwickeln, kommen sie zerstreut und in Nachschüben meist am Stamme als hirsekorngrosse, geröthete Knötchen, zumeist den Ausiüh- rimgsgäugen der Follikel entsprechend, vor, welche oft mit einem hyperämi- schen Hofe versehen sind; am 5. Krankheitstage ist an der obersten Spitze des Knötchens ein lichter Punkt sichtbar, der am 6. Tage breiter wird (Bläschen) und mit dem 7. Tage ist das Knötchen bereits vollständig in ein bläulich-weiss gefärbtes Bläschen umgewandelt. Das Bläschen ist viel- fach gefächert, daher beim Einstich der Inhalt sich nur langsam und un- vollkommen entleert. Dasselbe hat in der Mitte eine Vertiefung (primäre Delle). Dieselbe bildet sich durch xAufsaugung oder Verdunstung des flüssigen Inhalts, wobei die Pockendecke einsinkt, mehr die Basis berührt und wird von letzterer nur durch die festen Reste des Pockeninhaltes getrennt. Wenn die beim Eintrocknen entstehenden festen Bestandtheile nicht den mulden- förmigen Raum am Boden der Pockenhöhle ganz ausfüllen, so wird hier von neuem eine Vertiefimg entstehen. Die Pockenhöhle ist am Rande in Folge der geschwellten und wuchernden Zellen höher als in der Mitte. Die Delle fehlt selten bei Variola, die grösseren Efflorescenzen ausgenommen-, dieselbe zeigt sicli nicht nur an denen der äusseren Haut, sondern auch an der Mund- und Rachenschleimhaut-„ sie kommt auch nicht ausschliesslich bei Variola vor, da man sie an durch Einreiben von Oleum Crotonis oder ünguentmn Autenriethi erzeugten Pusteln gleichTalls trifft; auch ist sie bei Herpes Zoster gleichwie bei den meisten Er- krankungen des Plaarbalgcs zu sehen; sie erscheint da, wo die El'florescenz sich um einen Haaibalg entwickelt, oder wenn dieselbe ])crip)icr sich weiter verbreitet, vertrock- net (per continuum^ und im Centruin einsinkt {Fahst\ Ampitz und Bäsch), oder ') De diversis vcsiculanim et pustularum fonnis. Halle 1851. Virchoius Archiv 186:5. Neumann, Lehrlnuh der JIniitkrankhcitDn. fi. Aull.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2192501x_0131.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


