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Credit: Lehrbuch der Hautkrankheiten / von Isidor Neumann. Source: Wellcome Collection.
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![zielit das waudornde Erysipel auf die Stirn, auf die behaarte Kopfliaut uüd den Nacken. Ua sein Vorkommen auf der beliaarteu Kopfliaut durcb den Gesichtssinn, zumal bei Individuen mit reichlichem Haarwuchse, uiclit leicht ermittelt werden kann, wird man an seine Anwesenheit mehr durch die permanenten Fiebererscheinungen, durch die Schmerzhaftigkeit beim Drucke und durch die Schwellung der Kopf baut aufmerksam gemacht. Diesen Symptomen soll um so mehr Wichtigkeit beigelegt werden, weil man oft die Beobachtung macht, dass die Gosichtsbaut bereits mit Schuppen ' bedeckt ist und man die Abnahme der Krankheit vermuthet, während die eigentliche Gefahr erst im Anzüge ist. Das Erysipelas odontalgicum bleibt gewöhnlich auf Wangen und Lider beschränkt, kommt in Folge von Eiterungen in der Wurzelhaut auch chronisch vor, schwindet jedoch auch mit der Abnahme der Zahnge- schwulst, üeberdies kommt das Erysipel in Begleitung- von Krankheiten des Ohres, E. otalgicum, bei Abscessen in der Brustdrüse als E. mammarum, bei Eiterungen des Nabels vorwiegend bei neugeboruen Kindern, E. umbi-' lici, ferner als E. geuitalium besonders häufig nach der rituellen Be-• schneidung uud als E. extremitatum, zumal in Begleitung der Blattern,, der Vaccine oder sonstiger Eiterungsprocesse vor; ebenso geben Abscesse- an den Händen imd Füssen häufig durch Eiteraufnahme in die Lympbgefässe« zu Erysipelas migrans Veranlassung. F. Hesse') theilt mehrere Fälle vom Erysipel des weichen Gaumens und des Pharynx mit gleichzeitigem Erysipel I der äusseren Haut mit. Deahna in Freiburg beobachtete die günstige Einwirkung des Erysipelas auf( den Verlauf der Syphilis, da nicht blos die direct vom Erysipel ergriffenen, sonderni auch die entfernter gelegenen, an Syphilis erkrankten Partien, gleichwie die syphilitische? Induration vollständig schwanden. Die Aetiologie des Erysipels ist noch nicht vollständig aufgeklärt.. Thatsache ist, dass dasselbe oft durch einen localen Eiterherd {Trousseau,. Hehra), durch eine seichte Excoriation, durch Eczeme, Furunkel oder end- lich durch eine diphtheritische Stelle bedingt ist und rasch sch^vindet, sobaldi diese Stellen geheilt sind oder von ihrem anhaftenden Exsudate durch] mederholte Waschimgen, namentlich mit Carbolwasser, befreit werden. Von! diesen Stellen geht oft die Infection auf die nächste Umgebung, u. zw. wie ess scheint, hauptsächlich durch Resorption von den Lymphgefässen über. Bei- jenen Erysipelen, bei welchen kein Zusammenhang mit einem localen Leidem der Haut nachweisbar ist, kann man hypothetisch nur eine Infection des: Blutes (Bacterien) annehmen; jede Wunde, Excoriation, Blutegelstiche,' Vesicantien können zu Zeiten von Epidemien den Ausgangspunkt des Ery- sipels abgeben. Die Infection kann durch die Luft, durch Instrumente ver-- mittelt werden. Die Erysipele treten oft epidemisch auf, u. zw. am häufigstem ') Deutsche med. Wochenschrift.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2192501x_0194.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


