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Credit: Lehrbuch der Hautkrankheiten / von Isidor Neumann. Source: Wellcome Collection.
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![nach Orth sind die Bacterien hiebei nur die secundäre Ursache'); übrigens hat schon Willan-) Impfungen mit dem Inhalte der Erysipelblasen gemacht. Ebenso erhielt Bellien') positive Resultate, doch sind die Bacterien nach JB. hie- bei ohne Belang. Zuelzer'^) impfte auf Kaninchen mit, Lukowsky^) ohne Erfolg. H. Tillmann'') übertrug Erysipelflüssigkeit auf frische Wunden der Haut und Schleim- haut, brachte mit der Flüssigkeit gefüllte, 2 Ctm. lange Ca])illarrührchen unter die Haut des Thieres, spritzte auch subcutan ein und kam zu dem Eesultate, dass das dem Erysipelherd entnommene Exsudat unter Umständen specifische Wirkung zeige, vom Menschen auf Tliiere, von Thieren auf Menschen übertragen werden könne; und in allen Fällen, wo die Uebertragung gelungen war, war auch die Erysipelflüssigkeit bacte- rienhältig. Prognose. Niclit bei allen Erysipelen lässt sich gleich im Beginne mit Bestimmtheit eine Prognose stellen, weil wir weder dessen Weiter- schreiten nnd eben so wenig die Ablagerung von jenen Entzündungsprodukteu, welche auf der Haut die Infection veranlassen, in die inneren Organe ver- hindern können. Der nngünstige Ausgang erfolgt durch Pyämie, Pneumonie, Gehirnödem, seltener durch Meningitis, Nephritis. Nur jene Erysipele, die als ausgesprochen locale Leiden (in Folge von Abscessen) auftreten, lassen mit Bestimmtheit eine günstige Prognose zu. Das Erysipelas übt auf den Verlauf der Hautsyphiliden einen günstigen Einfluss (Sabatier, Rayer''), Ricord^), Champouillon^), Deahna^^). Anatomie. Das Erysipel der Haut besteht nach den fast über- einstimmenden Untersuchungen von Biesiadecki, Volkmann und Steudener^^) in einer Zelleninfiltration im Corium, dem subcutanen Bindegewebe und der Adventitia der Gefässe (Blut- und Lymph- gefässe); die Blutgefässe sind stets stark erweitert. Die Binde- gewebs-Fibrillen verlieren ihre scharfe Begrenzung, werden, breiter, aufgequol- len und bleiben schliesslich als eine homogene Masse zurück. Es kommt an einzelnen Hautstellen zur beträchtlichen Ansammlung von Exsudatzellen in der Papille oder im Cutisgewebe. Die Papillen werden von ihrer Papillargefässschlinge ganz ausgefüllt, die Gefässe sind von granulirten Zellen (weisse Blutkörperchen) begleitet, 'j H. Tillmann, Archiv f. klin. Chirurgie, 23. B. 3. Heft. ■) Description and treatment of cut. diseases 1806. ^) Moskauer med. Zeit. 1876. Handb. d. spec. Pathol. u. Therap. von Ziemssen. ^) Virchoivs Archiv B. 60. Arch. f. klin. Chirurg. 23. Bd. 3. Heft. '} Traite des malad, de la peau 1835. Le^ons sur le chancre. Recueil de med. et de chirurg. milit. '«) Vierteljahrschr. f. Derm. u. Syph. 1876. ) Centralbl. t med. Wissenscb. 1868.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2192501x_0196.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


