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Credit: Lehrbuch der Hautkrankheiten / von Isidor Neumann. Source: Wellcome Collection.
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![Glashaut des Haarbalges bis zur Stelle des Herantretens des letzteren an die Papille abgehoben und die beiden Wurzelscheiden sind an den Haar- schaft angedrückt [Ilaiyht, Biesiadecki). Die Zellenvermehrung ist bei dem phlegmonösen Erysipel stärker, als bei dem erythematösen; auch das Fettgewebe entzündet sich und geht in embryonalen Zustand über (Renaut Der Befund in den übrigen Organen ist ein sehr variabler: Im All- gemeinen trifft man alle Veränderungen, wie sie bei pyämischen und sep- tikämischen Processen vorkommen, Anämie in Folge der ausgebreiteten i Entzündung, Hyperämie rmd acutes Gehirnödem, Meningitis, Pneumonie,, Lungen- oder Glottisödem, Peritonitis, Pleuritis oder Pericarditis, Paro- • titis, Enteritis mit Verschwärimg der Follikel, selbst croupöse Entzün- • dung der Darmschleimhaut. Die Entzündimgsprodiikte, zumal an Lungern und Parotis, gleichwie die pleuritischen Exsudate sind in der Kegel mehr- eiterig; überdies kommt Gangrän der Haut, Vereiterung der Muskeln imdl Gelenke, der Schleimhaut des Rachens vor. Das Blut ist in hochgradigem Fällen dunkel, dünnflüssig, hat ein mehr glänzendes Aussehen. Ponfich: fand Vereiterung im Mediastinum; überdies ist die Musculatur des Her-- zens getrübt, das Herz vergrössert, leicht zerreisslich, die Muskelschläuche? verlieren ihr hyalines Aussehen und werden fettig degenerirt; auch die: Musculatur des Rumpfes und der Extremitäten wird zuweilen in gleicher r Weise verändert. Die Epithelien der Gefässe zeigen sich getrübt durch i Einlagerung von Fettkörnchen; in gleicher Weise ist auch die Intima er-- krankt. ' Die Milz wird grösser, weicher, hellroth; das Malpighische Körperchen i geschwellt, hyperplastisch; ebenso die perivasculösen Räume. Die Lymph-- drüsen des Mesenteriums sind geschwellt, hyperplastisch; die Leber blass,. brüchig und die Leberzellen geschwellt, mit fettigen Körnchen erfiillt, zu-- weilen auch mit Pigment versehen; die Nieren vergrössert, getrübt, brüchig;; die Epithelien der Harnkanälchen fettig oder albuminös entartet. Therapie. Bei fieberhaften Erscheinungen des Erysipelsä wird man zunächst symptomatisch verfahren. Acida, Chinin und] salicylsaures Natron werden daher immer von Vortheil sein*). Lebert spricht sich gegen die exspectative Behandlung aus, indem hier häutig Re- ■ cidive vorkommen, und empfiehlt Blutentziehungen am Kopfe, innerlich BrechWeinsteini ') Archives de Physiol. 1874. ^) L. Mathey verordnet den internen Gebrauch von 20 — 30 Tropfen Eisen-f Chlorid und glaubt, dass sich die Entzündung hiedurch binnen 2—3 Tagen begrenzt.l Von 10 Kranken genasen 3 nach 2, 3 nach 3, 2 nach 4, 1 nach 5 und 1 nach 7 Tagen; ; besonders soll das Mittel bei lymphatischen, geschwächten Individuen wirksam sein.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2192501x_0198.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


