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Credit: Lehrbuch der Hautkrankheiten / von Isidor Neumann. Source: Wellcome Collection.
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![Kinn und Wangen, ohne dass die Eruption mit fieberhaften Krankheiten , complicirt sein raüsste. Die Bläschen sind in theils erbsen-, theils thalergrossen oder grösse- ren Kreisen angeordnet, vei-trocknen zu honigartigen Borken schon nach 3—4 Tagen, worauf die Krusten bald abfallen. Dieser Hei-pes, welcher vor- \ zugsweise bei jungen Individuen erscheint, macht nicht selten Recidive und verursacht leichtes Brennen und Jucken. Herpes analis in Begleitung von Pneumonie beobachtete L. Thomas^). T. Bulkley) beschreibt unter dem Namen Herpes gestationis einen in Gruppen auftretenden Ausschlag, der neuropathischeu Ursprunges sein und mit der Schwangerschaft im Zusammenhange stehen soll. b) Herpes progenitalis (praeputialis). An den Genitalien des Mannes (Vorhaut, Glans und Borsum penis) und des Weibes (kleinen und grossen Labien, Möns Veneris, Urethralschleimhaut) kommen oft von öderaa- töser Schwellung begleitet, in Gruppen stehende, punktförmige und^ hirse- korngrosse Bläschen mit wasserklarem Inhalt und geschwellter Basis vor,, die nur kurze Zeit bestehen, indem deren Inhalt absickert oder zu Krusten vertrocknet; oder es wird das Epithel oder die Epidermislage rasch durch ( Wärme und Feuchtigkeit macerirt, abgestossen. Durch die an einzelnen der- hier aufgeführten Stellen reichliche Abscheiduug von Secreten, namentlich i durch allenfalls vorhandenen Fluor albus beim Weibe, durch Contact undl Reibung der sich gegenüberliegenden Hautflächen begünstigt, wird die von: Epidermis entblösste Stelle gereizt, entzündet, und ist mit gelbweissem.Be-- lege bedeckt; oder endlich es kommt zum Bluterguss in die Bläschen, undl selbst zur lücerösen Destniction der afficirten Hautpartien. Wenn diese Einflüsse auch nur kurze Zeit einwirken, wird unter Um-- ständen zumal bei Männern mit verengter Vorhaut, die excorüi'te Stelle;^ einige Aehnlichkeit mit Ulcus venereum darbieten, zumal wenn gleichzeitig: Schwellung der Inguinaldrüsen combinirt ist. In derartigen Fällen wirdl man oft gezwungen sein, die definitive Entscheidung über die Natur des> Leidens aufzuschieben, und zwar für so lange, als durch Separirung derr gegenüberliegenden Hautfiächen mittelst Einlagen von Charpie, oder durchi Einstreuung von Amylum, die Differentiirung der beiden Processe möglichi geworden; ein gewöhnlicher Herpes wird während dieser Behandlung schon] nach 2 —3 Tagen entweder vollständig geschwunden oder im Schwinden be- griffen sein, während das Ulcus specificum seinen eiterigen Beleg nach Avie( vor beibehalten haben wird. Ueberdies ist Eiterabsonderung beim Schankert stets vorhanden, während von Herpes herrührende Excoriationeu wenig oderi gar keinen Eiter abscheiden. Das Einimpfen des Wundsecretcs würde aller- dings sofort den sichersten Aufschluss geben und jeden Zweifel beseitigen.i ') Memorabilien, 1874. 9. Heft. ^) Americ. Journ. of Obstetr., 1874.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2192501x_0208.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


