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Credit: Lehrbuch der Hautkrankheiten / von Isidor Neumann. Source: Wellcome Collection.
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![heiten, gleichwie den Zahmingsprocess, weiclien bald (in der Regel inner- halb weniger Stunden) ohne Abschuppen und .Pigmentresiduen. Die Roseola vacciua kommt in den ersten 14 Tagen nach stattgefundener Impfung in Form von umschriebenen rothen Flecken ohne irgend welche Störung des allgemeinen Befindens vor. Die activen Hyperämien der Haut schwinden gewöhnlich rasch ohne weitere Exfoliation. Wenn sich dieselben jedoch oft erneuern, werden die Blutgefässe bleibend ausgedehnt; es entstehen collaterale Oedeme und an talgdrüsen- reichen Partien, z. B. an der Nase erscheint vermehrte Ausscheidung von Smegma und rothe und später graue Entfärbung der Haut; sie kommen an den Wangen und Lidern combinirt mit ödematöser Schwellung als beglei- tende Ersc]]eimmgen von Circulationsstöruug des Pfortader- und des chylo- poetischen Systems vor. Je länger diese Hyperämien andauern, desto dichter wird auch das die Gefässe begrenzende Gewebe. Die Temperatur ist hier nie gesteigert, das Oedem ist fast frei von Zellelementen, nur in hochgra- digen Fällen finden sich rothe Blutkörperchen. 2. Passive Hyperämie. Die Blutcirculation ist hier stets verlangsamt. Die Haut ist dunkelblam-oth gefärbt, ihi'e Temperatur vermindert, das Volumen zumal bei gleichzeitiger ödematöser Schwellung vermehrt. Die Kranken haben das Gefühl von Jucken, Spannen oder Ameisenlaufen. Die passive Hyperämie kommt durch Abnahme des Blutdruckes und Zunahme des Widerstandes zu Stande, z. B. in Folge von andauerndem Druck auf die grösseren Venen. Durch lange einwirkenden Druck auf die Haut in Folge von Verbänden, Rollbinden, Strumpfbändern, enganliegenden Kleidern, wobei der Rückfluss des Blutes gehemmt ist, entstehen passive Hyperämien, häufiger noch in Folge von Varicositäten der Unterschenkelvenen; auch durch Ein- wii-kung niederer Temperatur, bei feuchter Luft, bilden sich bei jugend- lichen Individuen zuweilen Röthungen und blaue Färbungen der Haut, am häufigsten am Hand- und Fussrücken, an der Nasenspitze und Ohrmuschel. Bei vielen Individuen wird man schon bei einer Temperatur von 11 bis 14 R. namentlich an der Haut der Oberschenkel die injicirten Venen in Form von rothen Kreisen und Kreissegmenten wahrnehmen, welche beim Finger- druck schwinden. Aber auch an der übrigen Haut sind derartige Injections- erscheinungen zu sehen. Die passiven Hyperämien erscheinen compensatorisch bei solchen Circulatioushindernissen, in denen das Blut andere Bahnen in den umgeben- den Gefässen aufzusuchen gezwungen ist; ferner in der Umgebung von Entzündungsherdon, Geschwüren und Gescliwülsten. Da die Wand der Venen dem Blutdruck einen geringen Widerstand entgegensetzt, bilden sich an denselben derartige Hyperämien häufiger aus als in den Arterien. Das Blut strömt hiobei mit grosser Gewalt in jene Arterien, welche oberhalb des Hmdernisses abzweigen, wobei sich diese erweitern. In Folge von Liga-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2192501x_0097.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


