Kompendium der speziellen Pathologie und Therapie für Tierärzte / von Eugen Fröhner und Wilhelm Zwick.
- Fröhner, Eugen, 1858-1940.
- Date:
- 1932
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Credit: Kompendium der speziellen Pathologie und Therapie für Tierärzte / von Eugen Fröhner und Wilhelm Zwick. Source: Wellcome Collection.
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![ringerung der spezifischen Keime statt) und nach der ursprünglichen Methode in der Weise zu Serienimpfungen verwendet, dass man mit der subkutanen Impfung eines 14 Tage lang getrockneten Kückenmarks (2 mg) beginnt und dann jeden folgenden Tag einen um einen Tag kürzer (13, 12, 11 Tage usw.) getrockneten Impfstoff injiziert (bis zu 2 oder 3 Tagen). Der Impfschutz dauert etwa 1 Jahr. Die Pasteursche Impfung wird zur Immunisierung der gebissenen Menschen benützt (Impf¬ institute in Berlin, München, Dresden, Stuttgart und Breslau) und ist neuerdings modifiziert worden (Impfung während 20 Tagen mit 3, 2 und 1 Tag lang getrocknetem Kückenmark; verstärkte Pasteurmethode). Sie ist auch hei gesunden Hunden und Pferden vorgenommen worden (präinfektionelle Impfung der in dem bedrohten Gebiete vorhandenen Hunde, abgekürztes Impfverfahren. 2. Nach Högyes werden verschieden stark verdünnte Emulsionen von frischem virulentem Kückenmark mit physiologischer Kochsalz¬ lösung (1 : 5000, 1: 2000, 1: 500, 1: 200, 1:100, 1:10) der Keihe nach, mit der schwächsten beginnend, unter die Haut gespritzt. Das Verfahren hat sich hei Hunden und Pferden bewährt und soll nicht nur als präinfektionelle, sondern auch als postinfektioneile Impfung hei bereits gebissenen Tieren wirksam sein. Ausser diesen Methoden ist noch eine Keihe weiterer im Gebrauch, die mit frischem Virus fixe, mit durch niedere oder hohe Temperaturen oder chemisch abgeschwächtem Virus arbeiten. Schutzimpfungen bei Tieren. Die Krage der allgemeinen An¬ wendung von Schutzimpfungen bei Tieren ist angesichts der Zu¬ nahme der Tollwut während und nach dem Kriege auch in Deutschland häufig erörtert und es sind Vorschläge zu ihrer praktischen Lösung von verschiedenen Seiten gemacht worden. Keines der bis jetzt ge¬ bräuchlichen Verf ahren erfüllt alle Forderungen in vollem Maße, nämlich die Forderungen der Einfachheit und leichten Durch¬ führbarkeit, der Zuverlässigkeit, der Billigkeit, der Unschädlichkeit (Nichterzeugung von Impfwut), der genügenden und dauerhaften Schutz¬ wirkung. Einige dieser Verfahren seien hier angeführt: 1. Das japanische Schutzimpfverfahren von Urnen o und Doi (Gehirn und Rückenmark von Virus fixe-Kaninchen wird zerrieben mit der 4—5 fachen Ge¬ wichtsmenge einer Glyzerin-Karbolkochsalzlösung [60 Teile Glyzerin, 40 Teile l,25proz. Karbolkochsalzlösung]; Auf bewahren während 4 Wochen im Eisschrank; subkutane Impfung mit 6 ccm der Emulsion). Dieses Verfahren wird in Japan und Amerika in sehr grossem Umfang angewandt. Fälle von Impfwut sind beobachtet worden. 2. Das Schutzimpfverfahren von Schnürer: Verwendung von frischem, durch Gaze filtriertem Virus fixe an 4 aufeinanderfolgenden Tagen subkutan oder intra¬ peritoneal in der Gesamtmenge von 0,76 g. Später verwendete er abgetöteten Impfstoff.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b31355651_0334.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


