Kompendium der speziellen Pathologie und Therapie für Tierärzte / von Eugen Fröhner und Wilhelm Zwick.
- Fröhner, Eugen, 1858-1940.
- Date:
- 1932
Licence: Public Domain Mark
Credit: Kompendium der speziellen Pathologie und Therapie für Tierärzte / von Eugen Fröhner und Wilhelm Zwick. Source: Wellcome Collection.
364/376 page 352
![Fanlbrut nicht wieder aus, wenn sachgemäss vorgegangen wird (Des¬ infektion aller übrigen Geräte usw.). 2. Die gutartige Faulbrut (weniger wichtig) wird meist bei der ungedeckelten Brut beobachtet. Die Ursache ist nicht geklärt. (Filtrierbares Virus?, Bacillus plutonWhite?) Als Sekundärbakterien (sogenannte ,,Faulbrutbakterienu) sind wahrscheinlich der oft gefundene Streptococcus apis, der Bacillus alvei sowie der Bacillus lanceolatus aufzufassen. Bacillus alvei kommt auch bei gesunden Bienen vor. Infektionsversuche mit den genannten Bakterien, ausser mit dem Bacillus pluton, der noch nicht kultiviert wurde, sind negativ aus¬ gefallen. Erscheinungen: Die erkrankten Larven (Maden!) sind gelblich, schlaff, ohne Glanz und weisen einen säuerlichen Geruch auf (früher Sauerbrut!). Die abgestorbenen Larven lassen sich gut in toto oder in festen Brocken herausheben (krümelige Beschaffenheit, nicht schmierige!). Neben dem charakteristischen sauren Geruch beobachtet man auch widerlichen Geruch der Brut (früher stinkende Faulbrut!) infolge Eiweisszersetzung. In diesem Falle sind die Larven unter haupt¬ sächlicher Mitwirkung des Bacillus alvei stärker zerfallen (weich, schmierig, jedoch nicht fadenziehend!). Bekämpfung. Im allgemeinen leicht. Einschränkung der Brut (zeit¬ weises [etwa 3wöchiges] Absperren der Königin). Entfernung der be¬ fallenen Wabenteile. Die Beinigung erfolgt durch die Bienen selbst (Faulbrutmassen leicht entfernbar!). Gute Fütterung, evtl. Verstärkung schwacher Völker. Aspergillusmykose. Die sogenannte grüngelbe Steinbrut wird durch Aspergillus flavus veranlasst, der sich im Hinterleib der erwachsenen Bienen und in den Larven entwickelt (steinharter Hinterleib) und den ganzen Leib mit einem Fadengeflecht ausfüllt. Die besonders im Sommer beobachtete Bienenseuche ist unheilbar (Tötung und Verbrennung der Bienen und Larven, Desinfektion der Woh¬ nungen wie bei Faulbrut). Perizystismykose. Die sogenannte Kalkbrut oder grauweisse Steinbrut wird durch Pericystis apis, einen Pilz erzeugt, der eine Mumifikation der Nymphen mit kalkartiger Verfärbung hervorruft. Verlauf meist gutartig. Bekämpfung durch Ver¬ brennen befallener Wabenteile, Desinfektion von Beuten, Wachs und Honig wie bei Faulbrut.— Die sogenannte Sackbrut oder Schlaf fsucht soll durch ein ultra- visibles Virus bedingt sein (schlaffes Aussehen der Larven, die sich als Säckchen aus der Zelle herausheben lassen). Nosemaseuche. Die früher als Pilzsucht bezeichnete Krankheit der erwach¬ senen Bienen wird durch Nosema apis, einen protozoischen Darmparasiten, veranlasst, dessen Sporen schliesslich den ganzen Mitteldarm ausfüllen. Die Nosema kann jahrelang ohne Krankheitserscheinungen Vorkommen (latente Infektion); bei ungünstigen](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b31355651_0364.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


