Johannes Saresberiensis nach Leben und Studien, Schriften und Philosophie / Von Dr. C. Schaarschmidt.
- Carl Schaarschmidt
- Date:
- 1862
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Credit: Johannes Saresberiensis nach Leben und Studien, Schriften und Philosophie / Von Dr. C. Schaarschmidt. Source: Wellcome Collection.
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![nebst der Isagoge des Porphyrius, welche zugleich und zum Theil doppelt commentirt sind; aber ob von Boethius Deber- setzungen der Analytik und Topik im Mittelalter bekannt und überhaupt erhalten waren, ist mir sehr zweifelhaft. Cousin hat daher bereits_die ganz richtige Bemerkung ge- macht, dass Abälard die drei letzten Hauptschriften des Or- ganons (Analytik, Topik und Elenchen) gar nicht kannte; ich füge hinzu, dass man dieselben bis ins 12. Jahrhundert . überhaupt nicht kannte, und dass man durchaus nur jene ersteren, mit Commentar versehenen Uebersetzungen des Boethius in den Händen hatte. Um die Mitte des 12. Jahr- hunderts wurden aber auch die bis dahin nicht gekannten Theile des Organons in Umlauf gesetzt, so dass man'nun dasselbe ganz besass; und grade Johann ist es, welcher uns nicht nur davon Zeugniss ablegt, sondern auch von der Wichtigkeit jener ihm erst neuerdings zugänglich geworde- nen Schriften durchdrungen darüber Rechenschaft giebt. Er sagt dabei aber nichts davon, dass die von ihm benutzte Uebersetzung der grösseren Schriften des Organons von Boethius sei, was anzugeben er nicht ermangelt haben würde, um so weniger, als er aus des Boethius Commentaren wissen konnte, dass dieser in der That wenigstens die Topik des Aristoteles übersetzt, ja mit einem Commentar versehen hatte!). Johann’s Worte lauten vielmehr so, dass man weder 1) Boethius spricht allerdings von einer Uebersetzung oder Bearbei- tung der Analytica (in top. Cie. 1.I. p.764 [ed. a. 1546]) ebenso von einer Uebersetzung der Topik des Aristoteles (in top. Cie. 1.1. p. 765. de diff. topieis 1. I. init. p. 857) und von einem Commentar über die letztere (Ibid. 1. IV. in fine. p. 887). Diese Sachen waren aber wie bemerkt im früheren Mittelalter gar nicht bekannt und finden sich auch nicht in den ältesten Incunabelausgaben der boethianischen Schriften. In den jüngern Ausgaben seit dem 16. Jahrhundert steht freilich die Ueber- , setzung des ganzen Örganons, aber ist diese auch durchgängig von Boethius? Ich kann bei den mir zugänglichen unzureichenden Hülfs- mitteln diese Frage nicht entscheiden, vermuthe aber, dass man eine viel spätere Uebersetzung der genannten drei Schriften aus dem Mittel- alter oder gar der Renaissance auf Rechnung des Boethius setzte, zu- mal da dieser niemals von den Elenchen spricht, die Version der Elen- chen aber in den spätern Boethius- Ausgaben mit den Versionen der darif stehenden Analytik und Topik die grösste Analogie hat. Ich gedenke diese Sache später einmal zum Abschluss zu bringen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b33779533_0136.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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