Monographie nebst wissenschaftlichen und biographischen Beiträgen : den Mitgliedern des ersten europäischen Blinden-Lehrer-Congress-es gewidmet.
- Blinden-Institut auf der Hohen Warte bei Wien.
- Date:
- 1873
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Credit: Monographie nebst wissenschaftlichen und biographischen Beiträgen : den Mitgliedern des ersten europäischen Blinden-Lehrer-Congress-es gewidmet. Source: Wellcome Collection.
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![seine tadellose pflichteifrige und mit allem Aufgebot seiner Kräfte die Zwecke der Gemeinde fördernde Dienstleistung das unbedingte Vertrauen derselben, welche demselben auch dadurch einen thatsächlichen Ausdruck verlieh, dass sie ihn bereits im Jahre 1850 mit Stimmeneinhelligkeit in den Vorstand wählte. Ein Jahrzehnt früher aber wurde ihm das Ehren- amt eines Vorstandes des Vereines zur Beförderung der Handwerke über- tragen, an dessen Zustandekommen er durch Rath und That mitwirkte. Ebenso widmete er dem in's Leben gerufenen Waisenvereine durch meh- rere Jahre seine uneigennützigen Dienste. Im Jahre 1871 erwählte ihn der Gemeinderath von Wien mit Stimmeneinhelligkeit zum Schulrathe der Haupt- und Residenzstadt. Schon früher hatte er dem Unterrichts- wesen in der Monarchie seine Aufmerksamkeit zugewendet und dasselbe in praktischer Richtung in mancher Weise zu fördern gesucht; so grün- dete er in seiner Vaterstadt Chrast, ferner in drei dieselbe umgebenden Ortschaften, u. z. in Luze, Raubowiz und Zajesdez in Böhmen, Schul- bibliotheken ; ferner bereicherte er die Bibliothek des Piaristen-Collegiums in Leutomischl, der Religionsschule der Cultusgemeinde und den Spitales derselben mit zahlreichen Büchern, sowie die Zeichnenschule für Hand- werker mit werthvollen künstlerischen Vorlagen. Auf ein an ihn ein- gegangenes Ansuchen schenkte er der k. Universität in Athen Bücher aus allen Fächern der Wissenschaft und Kunst, welche Bücherspenden zusammen die Summe von nahezu 5000 Bänden bilden. Als Archivar der Gemeinde erwarb er sich das nicht zu unterschätzende Verdienst ein bis dahin nicht bestandenes Archiv der Gemeinde geschaffen zu haben, wie er dann auch im Hinblick auf diese seine Stellung die schon unter seinen Schriften erwähnten Bücher herausgab: „Zur Ge- schichte der Juden in Wien und „Der alte jüdische Friedhof, von dem, wiewohl er 500 Jahre alt ist und noch besteht, früher kein Archäolog Wiens berichtet hat. Ueberblicken wir nun zum Schlüsse noch Frankl's Leistungen auf humanitärem Gebiete: Schon oben in der Lebensskizze wurde seiner in den Orient im Jahre 1856 unternommenen Reise gedacht. Frank] unternahm dieselbe mit der Mission, eine Schule in Jerusalem für Kinder österreichischer Unterthanen mit einem, von der verewigten Frau Herz, geb. Edlen v. Lämel hiezu gespendeten Capitale von 50.000 fl. zu gründen. Nach Be- siegung mannigfacher und nicht geringer Hindernisse ist es ihm gelungen, die genannte Anstalt in's Leben zu rufen, welche seitdem unter dem Schutze des kais. österr. Consulates stehend, sowohl zum physischen als zum sittlich religiösen Heile von Hunderten von Kindern gedeiht. Ein nicht geringeres, folgenreiches Verdienst erwarb sich Frankl durch Anregung und Gründung eines Blinden-Institutes. Vor mehreren Jahren schon erkannte er das Bedürfniss noch eines Blinden-Institutes in Wien. Seitdem hat auch der nied.-österr. Landes-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21069797_0165.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


