Die anatomische Nomenclatur. Nomina anatomica : Verzeichniss der von der anatomischen Gesellschaft auf ihrer IX. Versammlung in Basel angenommenen Namen / Eingeleitet und im Einverständniss mit dem Redactionsausschuss erläutert, von Wilhelm His.
- Wilhelm His
- Date:
- 1895
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Credit: Die anatomische Nomenclatur. Nomina anatomica : Verzeichniss der von der anatomischen Gesellschaft auf ihrer IX. Versammlung in Basel angenommenen Namen / Eingeleitet und im Einverständniss mit dem Redactionsausschuss erläutert, von Wilhelm His. Source: Wellcome Collection.
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![Griechischen iVoernommeneii Ausdrücken müsste man eigentlich Accente setzen, welche die lateinische Sprache indessen nicht kennt, z. B. xQiycovoVj trigönum. Schliesslich sind doch die Tabellen nicht nur für Studirende bestimmt, sondern auch für Ausländer. Letzteren würden diese Betonungs- zeichen bei solchen einzelnen Wörtern zunächst unverständlich sein. Be- kanntlich spricht jede Nation das Lateinische auf ihre eigene Manier aus, und die deutsche entspricht nicht ganz der altrömischen; classische Philo- logen, welche die Landessprache nicht kennen, finden es unmöglich, sich etwa auf lateinisch mit fremden Fachgenossen zu unterhalten. Auch giebt es Wörter, bei denen die Sprachkundigen selbst über die Betonung nicht einig sind, wobei doch Majoritätsbeschlüsse unmöglich die Entschei- dung bringen können. — Aus allen diesen Gründen erschien es gerathen, die Betonungszeichen lieber ganz wegzulassen. (Kr.) Von den Vorschlägen allgemeiner Natur geht der von Hrn. v. KöUiker, betreffend die Abschaffung der Bezeichnungen „hinten und vorn, oben und unten am weitesten. Es wird dieser Vorschlag nachher besprochen werden. Vorerst ist dessen Durchführung als eine Aufgabe der Zukunft zu bezeichnen, denn die Commission hat das in dem Vorschlage ausgesprochene Princip im Verlauf ihrer einzelnen Abstimmungen stets verworfen. Es ist übrigens von Interesse, zu verfolgen, in welcher Weise Hr. v. Kölliker zahlreiche von den Schwerfälligkeiten, die sich aus seinem Princip ergaben, durch passende Umänderung der Namen zu vermeiden gewusst hat. So sagt er: M. serratus dorsalis major [statt posticus caudalis] M. serratus dorsalis minor [statt posticus cranialis] M. rectus nuchae major [statt M.. capitis dorsalis major] . M. obliquus capitis und M. obliquus atlautis [statt M. obliquus capitis cranialis und caudalis] M. rectus colli major [statt M. rectus capitis ventralis major] M. serratus magnus [statt M. serratus ventrahs major]. Ein anderer auf die Orientirung eines Körpertiieiles sich beziehender Vorschlag stammt von Hrn. Krause. Wir sollen diesem Vorschlage zufolge die Normallage des Vorderarmes mit lateralwärts gekehrtem Radius als eine unnatürliche aufgeben und alle Bezeichnungsweisen von Theilen des Armes so wählen, dass sie für jede Stellung des Armes im Räume passen. Dies lässt sich erreichen, wenn wir die Adjective „lateralis und medialis gegen radialis und ulnaris vertauschen. Sowie wir aber darin consequent vorzugehen versuchen, stossen wir auf die Schwierigkeit, dass wir schon einen N. radialis und N. ulnaris haben. Würden wir den N. cutaneus autibrachii lateralis des Musculocutaneus als N. cut. antibrachii](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2121864x_0116.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)