Die anatomische Nomenclatur. Nomina anatomica : Verzeichniss der von der anatomischen Gesellschaft auf ihrer IX. Versammlung in Basel angenommenen Namen / Eingeleitet und im Einverständniss mit dem Redactionsausschuss erläutert, von Wilhelm His.
- Wilhelm His
- Date:
- 1895
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Credit: Die anatomische Nomenclatur. Nomina anatomica : Verzeichniss der von der anatomischen Gesellschaft auf ihrer IX. Versammlung in Basel angenommenen Namen / Eingeleitet und im Einverständniss mit dem Redactionsausschuss erläutert, von Wilhelm His. Source: Wellcome Collection.
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![radialis bezeichne!], so würde dies unvermeidlich zu Verwechluugen mit den Hautästen des N. radialis führen. Bei aller Anerkennung von der Wünschbarkeit des Krause'schen Principes haben wir doch dessen Aus- führung für zu bedenklich gehalten. Bezeichnungen für Lage und Richtung der Theile. Von den orientirenden Bezeichnungen bedeutet transversalis quer zur Körperaxe, transversus quer zur Axe des betreffenden Organes. Das Wort intermedius verwenden wir da, wo die Mittellage zwischen medialis und lateralis bezeichnet werden soll, um die Nebeneinanderstellung der ähnlich klingenden Worte medius und medialis zu vermeiden. Zwi- schen anterior und posterior oder zwischen externus und internus kann das Adjectiv medius beibehalten werden. Von Hrn. v. Kölliker ist, wie oben erwähnt, der Vorschlag gemacht worden, die Worte anterior und posterior allenthalben da durch ventralis und dorsalis zu ersetzen, wo der Anschluss an die vergleichende Anatomie und speciell an die Anatomie der Haussäugethiere dies wünschbar macht, d. h. da, wo die Ausdrücke anterior und posterior nur für die aufrechte Stellung des Menschen passen. In dem Sinne ist von ventralen und dorsalen Wurzeln der Rückenmarksnerven, von einem ventralen und einem dorsalen Rande der Leber u. s. w. zu sprechen. Dagegen darf man fernerhin von einem vorderen und hinteren Ende des Gehirns, sowie von einem N. tibialis auticus und N. tibialis posticus reden, weil diese Be- zeichnungen auch beim Vierfüssler ihre Geltung bewahren. Wir verkennen die Vorzüge eines solchen strengen Sprachgebrauches nicht, gleichwohl hat sich die Commission nicht zu dessen Durchführung entschliessen können. Noch bedingt derselbe allerlei Schwerfälligkeiten und Missstände, umsomehr, da wir zugleich auch die Ausdrücke superior und inferior durch cranialis und caudalis zu ersetzen haben. Facies cranialis hepatis, Facies caudalis hepatis und ähnliche Bezeichnungen klingen uns jetzt noch etwas fremdartig. Ja, wir dürften consequenterweise nicht mehr von einem Colon ascendens und descendens sprechen, sondern von einem Colon craniale und Colon caudale. Wir überlassen es vorerst der Zeit, ob sie mit dem herkömmhchen, an die aufrechte Stellung des Menschen an- knüpfenden Gebrauch definitiv brechen will, oder nicht. Ein System von Orientirungsbezeichnungen, welches für das gesammte Thierreich anwendbar sein soll, hat F. E. Schulze, theilweise im Anschluss an amerikanische Bestrebungen, auszubilden gesucht. Hr. College Schulze ist so freundlich gewesen, 1893 dem in Göttingen versammelten Anatomentage sein System auseinanderzusetzen. Dasselbe ist sodann in einer](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2121864x_0117.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)