Die anatomische Nomenclatur. Nomina anatomica : Verzeichniss der von der anatomischen Gesellschaft auf ihrer IX. Versammlung in Basel angenommenen Namen / Eingeleitet und im Einverständniss mit dem Redactionsausschuss erläutert, von Wilhelm His.
- Wilhelm His
- Date:
- 1895
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Credit: Die anatomische Nomenclatur. Nomina anatomica : Verzeichniss der von der anatomischen Gesellschaft auf ihrer IX. Versammlung in Basel angenommenen Namen / Eingeleitet und im Einverständniss mit dem Redactionsausschuss erläutert, von Wilhelm His. Source: Wellcome Collection.
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![schliesslich aus elastischen Fasern gebildetes breites Band beschrieben, welches von der Linea alba, etwa drei Finger breit über der Symphyse beginnt und mit zwei unter dem Penis wieder zusammentreffenden Schen- keln den letzteren umgreift. Dieses elastische Band findet sich oft sehr mächtig entwickelt, auch kann ein Theil seiner Fasern nach dem Scrotum ausstrahlen. Auf Braune's und meinen Vorschlag (Absth. S. 149) war der Apparat in einer früheren Abstimmung als Funda penis bezeichnet worden, was die ßedaction neuerdings in Ligam. fiindiforme umge- wandelt hat. Das Gebiet der Leistengruben hat die Commission bei ihren Ver- handlungen in München dahin geordnet, dass sie nur zwei Leistengruben, eine laterale und eine mediale angenommen und die medianwärts vom Ligamentum umbilicae laterale befindliche Grube als Fovea supravesi- calis bezeichnet hat. Schwalbe hatte zu der betreffenden Abstimmung eine tabellarische Uebersicht von Bezeichnungen aus elf deutschen, vier französischen und zwei englischen Lehrbüchern zusammengestellt. Elf von den siebzehn angeführten Autoren hatten drei Leistengrubeu, eine laterale, eine mittlere und eine mediale unterschieden, wogegen sich bei Führer, bei Riebet und bei Sappey die am meisten medianwärts gelegene der drei Gruben mit besonderem Namen als Fovea pubovesicalis bezeichnet fand. Zu der medialen Leistengrube stehen nun die beiden Gebilde in inniger Beziehung, welche Braune als Heule'sches und als Hes selb ach'sches Band unterschieden hatte, und welche in uuserer Liste als Falx [apo- neurotica] inguinalis und als Ligam. interfoveolare [Hessel- bachi] verzeichnet stehen. Diese Gebilde bedürfen hier einer besonderen Besprechung. Nach Wegnahme des Bauchfelles von der Rückseite her, findet man bei richtiger Anspannung der Bauchwand zwischen der Anheftungsstelle des M. rectus und dem inneren Leistenring zwei Züge von kräftig ent- wickelten Fasern. Der eine derselben, nach unten und nach oben hin sich verbreitend, bildet die mediale Begrenzung des inneren Leistenringes, der andere dagegen nimmt sich aus, wie eine sichelförmige Verbreiterung der Rectussehne. Braune, welcher diese Faserzüge zuerst von einander ge- schieden hat, bezeichnet den an den Rectus anstossenden als das Henle'sche, den an den Leistenring grenzenden als das Hesselbach'sche Band.i Sowohl das Henle'sche, als das Hesselbach'sche Band stehen ausserdem in breiter Verbindung mit dem Poupart'schen Bande. Zwischen dem He nie'sehen und dem Hesse Ib ach'scheu Band hegt eine von lockerem Gewebe eingenommene Lücke, in welche man leicht den Finger eindräng-en ' Braune, Das Venensystem des menschlichen Körpers. 1884, Text S. 66.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2121864x_0129.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)