Die anatomische Nomenclatur. Nomina anatomica : Verzeichniss der von der anatomischen Gesellschaft auf ihrer IX. Versammlung in Basel angenommenen Namen / Eingeleitet und im Einverständniss mit dem Redactionsausschuss erläutert, von Wilhelm His.
- Wilhelm His
- Date:
- 1895
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Credit: Die anatomische Nomenclatur. Nomina anatomica : Verzeichniss der von der anatomischen Gesellschaft auf ihrer IX. Versammlung in Basel angenommenen Namen / Eingeleitet und im Einverständniss mit dem Redactionsausschuss erläutert, von Wilhelm His. Source: Wellcome Collection.
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![3. die Vv. unibiiicovesicales (Braune's Burow'sche Venen), ein- oder mehrfach vorhanden und in die Blasengeflechte bezw. in die Becken- geflechte einmündend. Mit diesen Stämmchen sind spitzwinklig ver- bunden die 4. Vv. umbilicoepigastricae, welche beiderseits in die Vv. epi- gastricae inferiores profundae einmünden. Die über dem Nabel liegenden Gefässe führen das Blut aufwärts nach der Leber, oder selbst nach der V. epigastrica superior sinistra (Braune). Die unter dem Nabel liegenden führen das Blut nach abwärts in die Becken- geflechte oder in die Vv. epigastricae. Sowohl die Parumbilicalvenen als die Venen der Gruppen 3 und 4 wurzein in Hautvenennetzen der Nabel- gegend. Aus naheliegenden Gründen sind von allen den zur Sprache gebrachten Gefässen nur die Vv. parumbilicales [Sappeyi] im Sinn Braune's in unsere Liste aufgenommen. Auch die Venae portae accessoriae superiores von Sappej haben wir uns noch nicht entschliessen können, aufzunehmen. Für sie bedarf es meines Erachtens vor x\llem noch eines durch feinere In- jection geführten klaren Nachweises über ihr Verhalten zu den Leberläppchen. Neurologie. Die Aufstellung einer einheitlichen Nomenclatur hat für die Neurologie und speciell für das Capitel vom centralen Nervensystem mit besonderen Schwierigkeiten zu kämpfen. Hier sind die Anatomen seit Jahrzehnten nicht mehr die einzigen Herren im Hause, indem sich, vom eigenen Be- dürfnisse getrieben und zum grossen Theile auf eigene Methodik gestützt, die Physiologen und Pathologen besondere Gehirnanatomien geschaffen haben. Zwischen der vielfach nur für wenige Eingeweihte verständlichen Speciallitteratur und der Gehirnlehre der Fachanatomen ist zeitweise die Fühlung sehr gering gewesen. Dieser Uebelstand hat sich in den letzten Jahren mehr und mehr gemindert, und ein grosses Verdienst kommt hierbei jenen Autoren zu, welche sich die Mühe genommen haben, die Ergebnisse der Originalforscher, eines Meynert, Gudden, Flechsig, Forel u. A. in übersichtlichen Darstellungen dem allgemeinen Verständniss näher zu bringen. Wir sind aber auch in anderer Hinsicht für die Hirnlehre an einem entscheidenden Wendepunkte angelangt. Einerseits hat die ent- wickelungsgeschichtliche Forschung mit Auffindung durchgreifender Längs- zonen die allgemeine Hirnmorphologie in erheblichem Maasse zu ver- einfachen vermocht. Andererseits aber besitzen wir endlich, dank der Combination entwickelungsgeschichtlicher und histologischer Methodik, klare Vorstellungen vom elementaren Aufbau des Gesammtnervensystems. Wir](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2121864x_0163.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)