Die anatomische Nomenclatur. Nomina anatomica : Verzeichniss der von der anatomischen Gesellschaft auf ihrer IX. Versammlung in Basel angenommenen Namen / Eingeleitet und im Einverständniss mit dem Redactionsausschuss erläutert, von Wilhelm His.
- Wilhelm His
- Date:
- 1895
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Credit: Die anatomische Nomenclatur. Nomina anatomica : Verzeichniss der von der anatomischen Gesellschaft auf ihrer IX. Versammlung in Basel angenommenen Namen / Eingeleitet und im Einverständniss mit dem Redactionsausschuss erläutert, von Wilhelm His. Source: Wellcome Collection.
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![bahn noch in einem specielleren Sinne für diejenigen Faserzüge, welche aus den Centralvvindungen des Grosshirns in's Rückenmark herabsteigen. Die Pyramidenbahnen Flechsig's sind zwar in den Pyramidensträngen der Brücke enthalten, aber sie bilden nur einen, nicht allzu grossen Theil derselben. Die Begriffe decken sich somit nicht. Nun lässt sich aber auch eine Beziehung zwischen Flechsig's Pyramidenbahnen und den Pyra- midenzellen der Grosshirnrinde herstellen, indem jene aus Fortsätzen von Pyramidenzellen hervorgehen. Allein auch hier fehlt die Möglichkeit be- grifflicher Deckung, da ein überwiegend grosser Theil der Pyramiden- zellen der Grosshirnrinde mit den Pyramidenbahnen Flechsig's nichts zu thun hat. Wenn wir letztere als Fasciculi cerebrospinales bezeichnet haben, so konnten wir uns damit an die bereits vorhandenen Kleinhirn- seitenstrangbahnen, unsere Fasciculi cerebellospinales anlehnen. Die Grund- bündel oder „Strangreste von Flechsig haben wir mit Fasciculi proprii übersetzt. Ventriculus quartus. Der vierte Ventrikel ist in drei Abtheilungen getrennt, eine Pars inferior [Calamus scriptorius], eine Pars inter- media und eine Pars superior. Der unterste Theil gehört dem ver- längerten Marke an, und er wird von den Corpora restiformia eingefasst. Da, wo diese vom N. Cochleae und vom Recessus lateralis umgriffen werden, beginnt die Pars intermedia, welche sich weiterhin in das Gebiet zwischen den Brückenstielen verlängert. Sie ist der breiteste Theil der Rautengrube, geht aber am oberen Ende der Fovea superior in den schmalen End- abschnitt über. Diese Pars superior wird von den Bindearmen abgegrenzt und vom Velum medulläre anterius überwölbt, sie gehört dem Isthmus an. Die wichtigste Ghederung des Bodens der Rautengrube ist die longi- tudinale. Die beiden Sulci limitantes umsäumen lateralwärts die Eminen- tiae teretes oder das Gebiet der motorischen Kerne. Es erstrecken sich die Furchen ununterbrochen vom unteren Ende des Calamus bis zum Eingang in den Aquäduct. Lateralwärts davon liegt im Calamus die schräg dreieckige Ala cinerea. Dann folgt eine flache Erhebung, welche sich mit einem medialwärts convexen Bogen umgrenzt, und die nach unten sowohl, als nach oben hin zugespitzt ausläuft. Diese Erhebung ist die Area acustica. Das sogenannte Tuberculum acusticum, einer der End- kerne des N. cochlearis, liegt an der lateralen Ecke der Area, das Mittel- sebiet der Area wird vom Nucleus vestibularis medialis eingenommen.^ ^ Die Fläche, welche hier als Area acustica bezeichnet wird, hatte Schwalbe {Nervenlehre. S. 420) als Tuberculum acusticum beschrieben, und ich selber hatte in meiner Arbeit über das Rautenhirn (S. 93) diese Bezeichnungsweise angenommen. Indessen kann dies zu Verwechselungen führen, denn das Tuberculum acusticum der Neurologen nimmt nur die laterale Ecke der Area ein.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2121864x_0172.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)