Abhandlungen über thermometrie : von Fahrenheit, Réaumur, Celsius, (1724, 1730-1733, 1742) / Hrsg. von A.J. von Oettingen. Mit 17 figuren im text.
- Arthur von Oettingen
- Date:
- 1894
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Credit: Abhandlungen über thermometrie : von Fahrenheit, Réaumur, Celsius, (1724, 1730-1733, 1742) / Hrsg. von A.J. von Oettingen. Mit 17 figuren im text. Source: Wellcome Collection.
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![im reinsten Weingeist, dem bestrectificirten, die Menge spi- rituöser und brennbarer Materie sehr klein ist. Aber trotz des grossen Betrages an Phlegma selbst beim bestrectificirten Weingeist scheinen die vorstehenden Versuche zu beweisen, und die späteren werden es noch deutlicher darthun, das dasselbe nicht hinreicht, um den brennbaren Theil des Weingeistes gut aufzulösen. [171] Der Gedanke, den wir zum Voraus zu er- fassen wünschen und den wir im Nachfolgenden noch stützen werden, ist der, dass, solange der brennbare Theil des Wein- geistes noch nicht mit der genügenden Quantität Wasser ver- bunden ist, noch leere Stellen vorhanden sind, die Wasser aufnehmen können. Von allen bekannten Flüssigkeiten ist Weingeist eine der leichtesten, und das ist nicht schwer zu erklären, wenn wir sie gewissermaassen als ein schwammiges Gebilde ansehen, so dass eine beträchtliche Wassermenge auf- genommen werden kann ohne merkliche Vergrösserung des Volumens, — dass das Wasser Raum in demselben findet wie in einem Schwamm. Ich habe viele Versuche angestellt, um zu erforschen, wie weit die Volumvermindernng beim Mischen von Wasser und Weingeist getrieben werden könne, wenn man in ver- schiedenen Verhältnissen die Mischung ansetzt. Bald ward mehr Weingeist gegeben, bald mehr Wasser, und beides in mehrfacher Weise variirt. Beispielsweise 100 Weingeist mit 25, 50, 75 Wasser, dann wieder 100 Weingeist mit 150, 200, 300 etc. Wasser. Die Mischungen wurden stets mit der vorhin geschilderten Vorsicht vorgenommen, d. h. ich goss in eine mit einer Röhre verbundene Kugel oder ein- fach in eino an einem Ende verschlossene Röhre die ge- wünschte Menge Wasser; dann wurde eine bekannte Menge Weingeist sehr vorsichtig zugefügt, damit keine Mischung ent- stünde. Mit einem Faden wurde der Stand des Weingeistes, also das Volumen der beiden noch unvermischten Flüssigkei- ten, bezeichnet. Dann wurde die Röhre bewegt und durch Schütteln die Mischung veranlasst; um die Volumverminderung zwischen dem Faden und dem Flüssigkeitsgemische zu bestim- men, füllte ich wohlbekannte kleine Mengen hinzu, bekannte Bruchtheile der ganzen Portion. [172] Waren 2 Th. Wasser mit 1 Th. Weingeist vermischt, so erhielt ich die grösstmög- liche Verminderung durch Mischen von Wasser mit meinem Weingeist: sie betrug nahe Y20 des Weingeistvolumens; denn um den Schwund zu ergänzen, brauchte ich 5 Maass, deren](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21009429_0107.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


