Abhandlungen über thermometrie : von Fahrenheit, Réaumur, Celsius, (1724, 1730-1733, 1742) / Hrsg. von A.J. von Oettingen. Mit 17 figuren im text.
- Arthur von Oettingen
- Date:
- 1894
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Credit: Abhandlungen über thermometrie : von Fahrenheit, Réaumur, Celsius, (1724, 1730-1733, 1742) / Hrsg. von A.J. von Oettingen. Mit 17 figuren im text. Source: Wellcome Collection.
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![melden, eine Tafel von verschiedenen Graden der Wärme ge- geben hat. Diese Versuche habe ich nun zwey Jahre lang in allen Win- termonaten, bey allerley Wetter, und mancherley Veränderun- gen des Barometers, wiederholet, und allezeit genau eben den Punct am Thermometer gefunden. Ich habe auch nicht allein, wie Herr Newton anmerket, das Thermometer in klebrichten Schnee gesetzt, sondern auch bey starkem Winter habe ich kalten Schnee in mein Zimmer ans Feuer gesetzt, bis er klebricht wurde. Ich habe auch einen Kessel mit klebrichtem Schnee, nebst dem Thermometer, in einen eingeheizten Ofen gesetzt, und allezeit gefunden, dass es einerley Punct gewie- sen, so lange der Schnee dichte um die Thermometerkugel lag. Ueber dies, dass Niemand daran zweifeln darf, ob der Schnee an allen Oertern in ungleicher Polhöhe einerley Wärme bis zum Schmelzen erhalte, habe ich ebenfalls in Torneä 6 Grad näher nach dem Pole als Upsal, mit einerley Ther- mometer, nämlich Herrn Reaumurs seinen, genau eben den Grad bemerket, der 0,2 oder 1/i Grad über seinen bemerkten Gefrierungspunkt war. Woraus auch erhellet, dass in Paris, welches der Linie 17 Grad näher liegt als Torneä, das Was- ser ohngefähr in eben dem Grade gefriert, weil der kleine Unterschied von 1/5 Grad sich Herrn Reaumurs Art, den Gefrierungspunct zu finden, zuschreiben lässt. Was den andern beständigen Punct betrifft, so ist be- kannt genug, dass das Wasser nicht mehr Hitze annimmt, [200] nachdem es einmal zu kochen angefangen hat, so lange man auch mit dem Sieden fortfährt, so, dass das Quecksilber im Thermometer allezeit einerley Pnnct bemerket, was auch Herr Taglini dagegen einwendet. Was diesen Punct veränderlich machen kann, besteht nur vornehmlich in zwo Ursachen. Die erste, dass das Was- ser zuerst auf dem Boden zu kochen, und von dar auf die ganze Oberfläche Blasen hinauf zu schicken pflegt, sind aber solche nicht hoch gestiegen, so steht das Quecksilber alsdenn beständig auf einerley Höhe; wenn aber das Feuer mit Ge- bläse jählinge weiter getrieben wird, so, dass die Wasserblasen sehr zu poltern anfangen, und sehr gross werden, auch hoch in die Höhe fahren, und wenn das Gefässe fast voll ist, über die Ränder gehen, so steigt das Quecksilber etwas höher, und steht dabei unruhig, so lange man mit solchem starken Kochen fortfährt. Diess hat auch Herr Newton gefunden, der in](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21009429_0121.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


