Abhandlungen über thermometrie : von Fahrenheit, Réaumur, Celsius, (1724, 1730-1733, 1742) / Hrsg. von A.J. von Oettingen. Mit 17 figuren im text.
- Arthur von Oettingen
- Date:
- 1894
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Credit: Abhandlungen über thermometrie : von Fahrenheit, Réaumur, Celsius, (1724, 1730-1733, 1742) / Hrsg. von A.J. von Oettingen. Mit 17 figuren im text. Source: Wellcome Collection.
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![vorerwähnter Tafel saget: Wasser habe angefangen zu kochen, bey einer Hitze von 33 Gr., u. es könne nicht leichte durch Kochen stärkere Hitze als 34 Gr. und 'A 'n &1C^ nehmen, so, dass er 34 Grad für die Hitze des Wassers setzet, wenn es stark kochet (vehe- menter ebullit). Damit also alle die, welche sich Thermometer machen wollen, diesen Puuct auf einerley Art bestimmen können, will ich melden, was für ein Verfahren ich dabey am bequemsten gefunden habe. Ich lasse das Wasser in einer Theekanne, von 4 Zoll etwa dicke, so lange über dem Feuer stehen, bis es zu kochen und aus der Schnauze heraus zu rinnen an- fängt. Nachgehends setze ich die Theekanne auf eine Feuer- pfanne voll glijender Kohlen, und nachdem ich das Thermo- meter in sie bis auf den Boden niedergelassen habe, lasse ich einen andern mit einem Blasbalge die Kohlen anblasen, bis das Wasser wieder zu kochen anfängt, und da steigt das Quecksilber immer mehr und mehr auf. Ich lasse mit dem Blasbalge fortfahren, bis die Wasserblasen sehr gross werden, und sich über die ganze Oberfläche [201] erheben. In diesem starken Kochen lasse ich das Quecksilber wenigstens 6, 7, bis 8 Minuten stehen, und merke alsdenn seine Höhe für den Punct des kochenden Wassers an. Es ist hierbey artig, dass bei jählingem Herausnehmen des Glases aus dem kochenden Wasser das Quecksilber ein wenig über den Punct des kochen- den Wassers springt und gleich wieder sinkt, weil das Glas von der äusserlichen Kälte in dem Zimmer sich stärker zu- sammen zieht, und dadurch seinen Raum vermindert als das Quecksilber in ihn*). Was zweytens den Punct des kochenden Wassers ver- ändert , ist: dass das Wasser mehr Wärme, ehe es kochet, brauchet, wenn der Druck der Luft stärker ist, und so ge- gentheils. Und wie die Höhe des Quecksilbers im Barometer mit der Schwere der Atmosphäre im Gleichgewichte steht, so hat der erfahrene Mechanicus in Amsterdam, FaJtrenheit, beobachtet, dass der Punct des kochenden Wassers, bey dem das Quecksilber im Thermometer stehen bleibt, allemal der Quecksilberhöhe im Barometer proportioniret ist. Ich habe gleichfalls diese merkwürdige Beobachtungen mit verschiedenen Barometerhöhen sehr genau angestellet, und *) Man sehe von solchen Versuchen Herrn Leutmanns Abhand- lung Act. Petrop. Tom. IUI. p. 216. K.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21009429_0122.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


