Zusätze zur Lehre vom Baue und den Verrichtungen der Geschlechtsorgane / von Ernst Heinrich Weber.
- Ernst Heinrich Weber
- Date:
- 1846
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Credit: Zusätze zur Lehre vom Baue und den Verrichtungen der Geschlechtsorgane / von Ernst Heinrich Weber. Source: Wellcome Collection.
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![rüs. Um den Uterus masculinus aufzublasen, muss man erst den proslatisclieti Thcil der Harnröhre öirnen und dann in ])assender Richtung gegen die Ocfl- nung des Uterus masculinus blasen, oder man muss ein enges Rohrclien in die Oeffnung desselben einbringen und einbinden. Eine Ansicht von dem mit erstarrender Flüssikeit erfüllten Uterus masculinus des Menschen gewährt. Taf. II. Fig. \. Man sieht liier die untere Hälfte der Harnblase von hinten, be- deckt von den beiden Saamenblasen ss und den Vasis deferentibus dd. Der Uterus mascif/«n<SM liegt zwischen den beiden Z)i<cf«6MS ejaculatoriis. Die Prostata ist bis auf einige kleine Reste, in welche die Injeclionsmasse von der Harnröhre aus eingedrungen ist, weggenommen. Die Harnröhre ist durch die einge- spritzte Flüssigkeit sehr ausgedehnt. Fragt man nach dem Nutzen des Uterus mascidinus, so lässt sich eben so wenig etwas Bestimmtes darüber anführen, als vom Nutzen der Brustdrüsen und Brustwarzen beim Manne. Das ist gewiss, dass diese in der Prostata ver- borgene Blase nicht dazu dient, den prostatischen Saft aufzunehmen, und dass sie sich also nicht zur Pi-ostata verhält, wie die Gallenblase zur Leber, denn niemals habe ich prostalische Gänge in die Blase einmünden gesehen. Viel- mehr ist es hinreichend bekannt, dass diese Gänge in nicht geringer Zahl sich in den von der Prostata umschlossenen Theil der Harnröhre unmittelbar öffnen. Der Uterus iveiblicher und männlicher Embryonen beim Schweine und Schaafe. Schon Rathke ^) hat, als er die allmählige Enlwickelung der Geschlechls- theile bei Embryonen vom Schweine und Schaafe untersuchte, gefunden, dass zu einer gewissen Zeit die männlichen Thicre mit einem Organe versehen sind, das dem Körper des Uterus und dem Grunde der Scheide entspricht und densel- ben Theilen bei weiblichen Embryonen von gleichem Alter so ähnlich ist, dass man anfangs gar nicht oder nur durch eine sehr sorgfällige Untersuchung unter- scheiden kann, ob man einen Uterus masculinus oder foemininus vor sich hat. Ich verweise hier zur Erläuterung auf Taf. V. Fig. 6. und 7., dann auf Fig. 4. und 5., die ich aus seinem Werke habe copiren lassen. Taf. V.Fig.6. stellt die Harnblase und die Geschlechtstheile eines weiblichen, Fig.7. die eines männlichen Schaafembryos von demselben Alter in zweimaliger Vergrösscrung vor. Bei beiden ist v die Harnblase, ur der Ureter, m der Uterus foe- mininus und mascuH.uis, ug der Sinus uro-genitalis d.h. einCanal in welchem die Scheide und die Urethra vereinigt sind. Der Penis p in Fig. 7. entspricht olTcn- bar der Clitoris c in Fig. 6., und die Vasa deferentia dd Fig. 7. entsprechen den Hörnern des Uterus u'u' in Fi. 6. Bei Schweinsembryonen, welche Rathke untersuchte, fand er dieselbe Uebereinstimmung und Aehnlichkcit zwischen den männlichen und weiblichen Geschlechtstheilen, nur war hier der Penis p Fig. 4. beträchtlich grösser als die Clitoris c Fig. ö. und der weibliche Uterus u Fig. 5. grösser als der männliche I) II. Rallikc, Abhandlun^eii zur nil(luiig.s- und Eiilwickclungsgoschichlc dc.<! Men- schen und der Thiere. Tlil. I. I.cip/i'i. I8,'J2.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22273980_0014.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


