Zusätze zur Lehre vom Baue und den Verrichtungen der Geschlechtsorgane / von Ernst Heinrich Weber.
- Ernst Heinrich Weber
- Date:
- 1846
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Credit: Zusätze zur Lehre vom Baue und den Verrichtungen der Geschlechtsorgane / von Ernst Heinrich Weber. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![tlicken Uebcrziii!; in der Gegend erhallen, in welcher das Ei liegt. Wir wollen diesen Ueberzug, die sogenannte Decidua, etwas näher ins Ango lassen. Schon sehr früh, sogar schon so lange die Eier noch beweglich sind, verstärkt sich das Gefässnetz in der Schleimhaut des Fruchthälters. Sobald aber der Fruchthälter die Eier in Nester einschliesst, wächst das Gefässnetz an diesen Stellen ausserordentlich. Es bildet aus verhältnissmässig weiten Canälen emje runrfe Maschen, und in jede Masche greift eine Zolle des Eies ein. Aber dieses Gefässnetz liegt nicht mehr, wie h-üher, in der zottigen Schleimhaut des FruclU- hälters selbst, sondern ausserhalb derselben in einem dui-chsichtigen ausge- schiedenen Stofle. Es ist also ein Gefässnetz, das sich erst aus dem ursprüng- lichen hervorgebildet hat. Jetzt brauche ich nur nocli hinzuzufügen, dass diese ausgeschiedene Masse sich ausserordentlich mehrt, dass sie sich durch die ein- tretenden Blutgefässe organisirt, und dadurch fähig wird, eine bestimmte Form anzunehmen, die sich besonders darin ausspricht, dass sie grosse Zellen bildet, und dass sie eben dadurch unzertrennbar mit der Schleimhaut des Fruchthälters verwächst. Die Zellen bilden 2 Schichten und sind in jeder Schicht verschieden: dieser Ueberzug ist nichts anders als die sogenannte hinfällige Haut der Frucht des Menschen, bildet aber in Raubthieren zu keiner Zeit eine Einstülpung. Anfanglich ist der Ueberzug leicht von der Schleimhaut zu unterscheiden, un- gefähr die 3 oder 4 ersten Wochen, später nicht mehr. Dagegen ist er längere Zeit (bis gegen die 6te Woche) von dem Ei leicht zu treimen. Später aber wird auch dieses nicht möglich, und wenn man Eier aus der letzten Tragzeit aus dem Fruchthälter nimmt, so trennt man mit dem Fruchtkuchen. auch immer den Mutterkuchen ab, in welchen dieser Ueberzug dem Fruchtkuchen gegen- iibei' sich umgewandelt hat, in dem die früheren sehr ansehnlichen Höhlen oder Zellen enger und undeutlicher geworden sind. Mit dem Mutterkuchen geht aber auch die in seine Substanz verwachsene Schleimhaut ab. Fruchtkuchen und Mutterkuchen sind also mit einander verwachsen. Diese Verwachsung ist aber eigentlich ein Ankleben und Ineinandergreifen der einzelnen Verlänge- rungen , denn die Zotten des Fruchtkuchens haben sich in die Zellen des Mut- terkuchens, und dieser hat sich umgekehrt in die Zwischenräume der Zotten ausgedehnt, ausgeschiedener Stoff hat beide verbunden, nirgends ist aber ein Gefässübergang bewirkt.» Wahrnehmung der schlauchartigen Uterindrüsen in der Tunica decidua des Menschen. Im Jahre 1839 nahm ich zuerst die schlauchartigen Utcrindrüsen beim Menschen wahr und theilte diese Wahrnehmung, nachdem ich sie noch bei zwei anderen frischen Uteris im schwangern Zustande bestätigt gefunden hatte. Johannes Müller, am 13. Februar 1840 brieflich mit, der diese Beobach- tung in seinem Handbuclie der Physiologie bekannt machte). Es heisst da- selbst: «Nach neueren BeobaclUungen von E. H. AVeber, von denen ich Ijandschriftlich Kenntniss erhalten habe, bilden den Ilauptbestandtheil der Decidua \] Joh. Müller FFanflbuch der Physiologie des Mens('hon. Coi)leiiz ISi-O. Hd. II. p. 710.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22273980_0051.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)