Geschichte des Foetus in Foetu / von E.A.W. Himly.
- Ernst August Wilhelm Himly
- Date:
- 1831
Licence: Public Domain Mark
Credit: Geschichte des Foetus in Foetu / von E.A.W. Himly. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Francis A. Countway Library of Medicine, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the Francis A. Countway Library of Medicine, Harvard Medical School.
124/164 (page 108)
![dem diese ihr eigenes Ei und Wasser hätten, auch sich nicht gleichzeitig und nicht in gleichem Verhältnisse wie der äufsere entwickelten. Dafs die äufsere Erscheinung der parasitischen Mifsgeburten und einiger foetus in foetu manchen Anlafs zur Vergleichung geben könne, ist nicht zu leugnen, da bei einigen eingeschlossenen Früchten einer eigenthümlichen Fruchthülle, eines Nabels und Nabelstranges wenigstens nicht ausdrücklich er- wähnt wird, da zweimal (^Mayer u. Ollivier) Gefäfse vom enthaltenden Kinde jn das enthaltene selbst unmittelbar übergegangen sein sollen, da der Körper des foetus in foetu so gut wie der des Parasiten unvollkommen ist, da bei beiden ein kopfloser Rumpf und ein rumpfloser Kopf vorkommt und im Rumpfe beider ein Darm besonders häufig sich entwickelt hat, da wir endlich zwei Beobachtungen von Jf^agner und Simmons haben, welche einen Übergang der einen Art von Mifsbildung zur anderen anzudeuten scheinen. Diese tlber- gangsformen von dem gewöhnlichen Doppeltwerden zu dem zeugungsähnlichen Mehrfachwerden [wie J. F. Meckel die Bildung des foetus in foetu nennt*)] zeichnen sich dadurch aus, dafs ein Theil der~ kleineren Frucht von der Cutis der gröfseren überzogen ist, also in ihr versteckt liegt, ein anderer Theil aber ihr nur äujserlich anhängt und sichtbar ist. Die von TP^agner**) mitgetheilte Beobachtung ist diese:' Einem 1766 zu Plech im Baireuthischen geborenen Mädchen hing vom rechten Hinterbacken auf der Seite und nach hinten ein Beutel bis unter die Kniekehle hinab. Seine Länge betrug 5i, seine Breite4 Zoll. An der inneren Seite war oben der After sichtbar. Zur Seite und auswärts fand sich am oberen Theile dieses Gewächses, wo es unter dem Hüftbeine an des Kindes Leib angewachsen ist, ein kleiner Arm von 2i Länge mit zwei % langen Fingern, an welchen Gelenke und Nägel waren. An dem luiteren Theile des Gewächses bemerkte man zwei war- zenförmige weiche Erhöhungen, von denen Tf^agner vermuthet, dafs sie die Beine hätten werden sollen. Nach dem Tode des lijährigen Kindes zeigte es sich, dafs die Eingeweide des Unterleibes mit dem Gewächse in weiter keiner ) S. Hleckel's Handbuch def pathologischen Anatomie. Bd. U. Abthl. 1. S. 61 — 68. Die dort gleichfalls als Übergänge angeführten Fälle von Wills, Guijon und Le'cluse habe ich zu den reinen Beobachtungen von foetus in foetu gezählt, weil da die eine Frucht in der andern gänzlich eingeschlossen war, auch Wills. der Spuren eines Eies und einej: Placenta erwähnt. **) P. C. IVagner in den Fränkischen Sammlungen voh Anmerkungen aus der Naturlehre u, %, w. Bd, IL Nürnberg 1757. S. 342. Bd. y, 1760. S. 195. m. Kpf.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21058891_0124.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)