Das Becken, topographisch-anatomisch mit besonderer Berücksichtigung der Chirurgie und Gynäkologie.
- Waldeyer-Hartz, Wilhelm von, 1836-1921.
- Date:
- 1899
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Credit: Das Becken, topographisch-anatomisch mit besonderer Berücksichtigung der Chirurgie und Gynäkologie. Source: Wellcome Collection.
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![to])C)i?raphisclic Betraclitiiiif^- von bcsonderei' Wichtigkeit ist, wird weiter iiiitcii bei riesprccluiiiü,' der weiclieii Rcelvcuwandung-en geliandelt werden. Vieles liicrliergelK'irige ist aiieii l)ereits in Joessel, Lelirl). d. lop.-eliir. Aiiafoniie, 1. Theii (l'ktreniitäten, S. 138—148, Fig. 40) bcsijroelien worden. Von den Ligamenta sacrotnberosuni und sacrospinosinn entspringen eine An/.ald IJündel aiu'ii an der Vorderfiäelie des Saeruni. Das Liganientinn saero- tuberosum setzt sieli eine Strecke lang am inneren unteren Rande des imtcren Sitz- und Scbambcinastes fort gegen den Scbandjogen hin; sein oberer L'and gebt liier in die Fascia obturatoria interna über. Der ganze Fortsatz führt den Xanien Processus falciformis; er bildet mit dem Knochen eine Rinne, in wel- cher der untere Thcil des Musculus oliturator internus sich einlagert, licmcrkens- werth ist die Lageänderung der Flächen des Ligamentum sacrotuberosnni (Dr. Frolise): das obere Stück (Kreuzbeinflügen ist gegen das untere (Sitzbeinflügel) so gedreht, wie die beiden Flügel einer Schilüsschraube, ähnlich also, wie das Darnd)ein gegen das Sehani-Sitzbein (Poirier); die Flächen des Kreuzbeinflügels sehen nach hinten, bezw. nacli vorn, die des Sitzbeinflügels nach lateral bezw. medial. Mit andern Worten: der Krcnzbcinflügel steht mehr in einer frontalen, der Sitzbeinflügel mehr in einer sagittalen Ebene. Auf der P>eckenfläclie des Ligamentum sacrospinosuni liegt der Musculus coceygeus, eng mit dem Ligamente verbunden. Das Ligamentum sacroiliacum anterius liegt bei der richtigen 15eckenncigung nicht so sehr nach vorn, als vielmehr nach unten gewendet. Articulatio sacroiliaca. Die Besprecliung der Articulatio sacroiliaca wird am besten mit der IJetrachtung der vorstehend aufgeführten Bänder verbunden. Ich er- innere zunächst daran, dass die Gelenkspalte nach vorn und unten von dem Ligamentum sacroiliacum intcrosseum gelegen ist; dieses schliesst die Spalte nach hinten ab; vorn geschieht dieses durch das ausserordentlich viel dünnere Ligamentum sacroiliacum anterius. Von hinten her ist das Gelenk somit sehr geschützt und kaum einer Gefährdung, es sei denn durch Schussverletzuugen oder Stiche, ausgesetzt; von der Beckenhöhle ist es leicht zugänglich und kann liei Operationen, z. B. Exstirpation festsitzender Tumoren, eröffnet werden. Umgekehrt Averden Erkrankungen des Gelenkes am leichtesten auf die Becken- höhle ül)ergreifen. Vgl. Figg. 16a und 16b—y. Mit Recht wird die Gestalt der Gclenkfläehe als eine „ohrförmige bezeichnet; wie bemerkt, nehmen am häufigsten drei Kreuzwirbel an ihrer Bildung theil; dem ersten fällt der grösste Antheil zu. Der weitaus dickste Knorpelübcrzug konmit auf das Sacruin. Die Schnittfläche, welche man in der Verbindung zwischen Kreuz- und Darmbein jiarallel der Ebene des Beckeneinganges durch den ersten Krcuzwirliel legt, zeigt: 1) dass im Gebiete des Ligamentum sacroiliacum intcrosseum das Kreuzbein coneav, das Darmbein entsprechend convex erscheint, 2) dass die Gelenkspaltlinie leicht gekrümmt verläuft; das zum Beckenraume gewendete](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21204792_0066.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)