Ueber relativen und absoluten Mangel des Farbensinnes / von E. Raehlmann.
- Eduard Raehlmann
- Date:
- 1900
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Credit: Ueber relativen und absoluten Mangel des Farbensinnes / von E. Raehlmann. Source: Wellcome Collection.
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![Allen oben aiif>efiihvten Controll])ersonen erschienen jetzt beide Scheiben bei allen Gleicljun<^en insbesondere bei Gelb, Blau und Roth total ungleich im Liclitwertlie. Für alle 5 Controllpersonen mus.ste das Grau aus anderen Werthen von Weiss und Schwarz gemischt werden, bis folgende Dunkelgleicliungcn stimmten: 8G() Uotli = 20 Weiss + 884 Schwarz. 860 Gelb = 2(34 „ + 96 „ ' 860 Grün = 128 „ + 282 „ 860 Blau = 52 „ -f 308 Auf dem Farbenkreisel drückt sich also in den Dunkel- gleichungen für das Normalauge ungefähr derselbe relative Licht- werth aus, wie wir ihn oben unter V an den Schwellenwerthen wirksam gefunden haben. Es hat nämlich in beiden Fällen das Roth den geringsten Lichtwerth, dann folgt Blau, dann Grrün und den grössten Lichtwerth hat Gelb. Bei den Hellgleichungen der Farbenblinden ist das Ilelligkeits- verhältniss ein gänzlich anderes; den gleichen und auch den grössten Helligkeitswerth haben Roth und Blau; dann folgt Grün, und einen ungemein geringen Helligkeitswerth hat Gelb. Daraus lässt sich entnehmen, dass die Hellgleichungen des ab- solut farbenblinden Auges der Frau R. mit den Dunkel- ffleichunaen des Normalauges absolut keine Aehn- lichkeit besitzen; und ferner, dass auch für das total farbenblinde Auge die in den Hellgleichungen sich aus- drückenden Werthe nicht gleichkommenden Schwellen- werthen. Roth und Grün, die in der Hellgleichung gleichen Lichtwerth besitzen, sind an der absoluten Schwelle der Em- pfindung sehr ungleich. Blau hat die höchste Schwelle, übertrifft Roth und Grün ganz bedeutend, tritt aber, in der Hellgleichung mit Grau, gegen Roth und Grün bedeutend zurück. Es existirt demnach auch für das farbenblinde Auge eine Veränderung der Empfindungsstärke bei Zu- nahme der Beleuchtung, welche nicht einfach propor- tional ist der Lichtstärke. Dieses Verhältniss ist auch au.s- gedrückt unter YI indem die Sehschärfe des total farbenblinden Auges bei dem Werthe von Ys — der des Normalaugs gleich; bei niederer und höherer Beleuchtung aber grösser ist. § YHL Nachbilder und Contr asters chein ungen. Die Beobachtung der Nachbilder ergiebt folgendes: Wird ein heller Gegenstand, z. B. die Porzellanglocke einer brennenden Tischlampe, längere Zeit fixirt und unmittelbar darauf der Blick auf eine schwarze Fläche gerichtet, so erscheint ein lebhaft helles Nachbild der Glocke, welches allmählich dunkler wird und sich verliert. Das Nachbild kann während der Dauer des Abklingens umschlagen und abwechselnd dunkler und heller erscheinen. Sehr gut schildert Frau Professor R. das Nachbild der Sonne. Steht letztere höher am Himmel, so ist ihr Nachbild tief dunkel.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21635894_0016.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


